{"id":3031,"date":"2021-10-15T00:05:00","date_gmt":"2021-10-14T22:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/magazin.progeno.de\/?p=3031"},"modified":"2021-10-15T13:41:10","modified_gmt":"2021-10-15T11:41:10","slug":"grafenstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/2021\/10\/15\/grafenstein\/","title":{"rendered":"&#8222;Eine Art gemeinsame Mentalit\u00e4t&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Heike Ewald und Alexander von Grafenstein im Interview<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Raus aus der Anonymit\u00e4t der Gro\u00dfstadt, hinein in eine Gemeinschaft, die soziale Einbindung und ein \u00f6kologisches Bewusstein verspricht: Darauf freuen sich die Grafensteins, k\u00fcnftige Bewohner in Freiham bei der Progeno. Auch wenn sie sich an manch neues Konzept noch gew\u00f6hnen m\u00fcssen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"548\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafenstein_bearb.jpg?resize=730%2C548&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3026\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafenstein_bearb.jpg?w=886&amp;ssl=1 886w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafenstein_bearb.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafenstein_bearb.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption><em>Freuen sich auf das neue Wohnkonzept in Freiham: Alexander Grafenstein und Heike Ewald mit Tochter Marta (Foto: Fam. Grafenstein<\/em>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Claudius Wolfrum aus dem Prinz-Eugen-Park hat sich mit der Familie \u00fcber ihre Zukunftsvorstellungen in Freiham unterhalten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wo kommt ihr her, und was macht ihr beruflich?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike<\/strong>: Ich bin auf einem Dorf in der N\u00e4he von Schweinfurt aufgewachsen. Ich habe Psychologie studiert und war dann noch ein paar Jahre in der Forschung, bevor ich ins Gesundheitswesen gewechselt bin. Ich bin aber keine Therapeutin, auch wenn mir immer wieder Leute gleich ihre Lebensgeschichte erz\u00e4hlen. Jetzt arbeite ich in M\u00fcnchen bei einem Klinikverbund im Bereich Versorgungsentwicklung und Versorgungsqualit\u00e4t, da geht es um Themen, wie z.B. Behandlungsangebote und Krankenhausplanung, Digitalisierung im Krankenhaus, Patientenzufriedenheit, Qualit\u00e4tsmessung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alexander<\/strong>: Ich bin in einer Familie mit vier Kindern in Landshut aufgewachsen. Nach dem Abitur habe ich Maschinenbau an der TU M\u00fcnchen studiert und arbeite seitdem bei einem kleinen Zulieferer f\u00fcr Automobil-Elektronik. Mittlerweile nenne ich mich System-Architekt und entwerfe fach\u00fcbergreifend die Funktionen unserer Steuerger\u00e4te. Einer unserer wichtigsten Kunden war und ist Rolls-Royce, die immer sehr ungew\u00f6hnliche Funktionen in kleiner St\u00fcckzahl brauchen. Ein fr\u00fcheres Hobby-Projekt durfte ich sogar in meiner Firma f\u00fcr Rolls-Royce zum Serienger\u00e4t weiterentwickeln: Ein Sternenhimmel im Dach, der verschiedene Effekte darstellt. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie seid ihr auf die Progeno gesto\u00dfen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Unsere derzeitige Wohnung ist ja perspektivisch zu klein, daher waren wir schon l\u00e4nger auf der Suche. Eigentlich wollten wir etwas kaufen, dazu h\u00e4tten wir aber aus M\u00fcnchen wegziehen m\u00fcssen. Das w\u00e4re aber beruflich und vor allem sozial schwierig gewesen. In dieser Situation hat uns der Vater von Alexander auf das Modell \u201eGenossenschaft\u201c hingewiesen. Bei Recherchen sind wir dann durch Zufall auf die Progeno gesto\u00dfen. Im Juli 2020 haben wir uns gerade noch rechtzeitig f\u00fcr einen zweiten Informationsabend angemeldet und waren dann sehr \u00fcberrascht, dass wir gleich die Option auf eine Wohnung hatten und auch \u00fcberfordert, uns innerhalb von 2 Wochen entscheiden zu m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em><strong>&#8222;Die Genossenschaft ist mehr als wir allein je gehabt h\u00e4tten&#8220;<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>W<em>as fasziniert Euch an dem Gedanken einer Genossenschaft?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Besonders gef\u00e4llt uns das Konzept der Gemeinschaft. Auch jetzt ist schon sp\u00fcrbar, dass man in der Genossenschaft nicht so anonym leben muss, wie es oft in der Gro\u00dfstadt der Fall ist. Wir kennen unsere zuk\u00fcnftigen Nachbarn jetzt schon besser als die meisten unserer bisherigen Nachbarn. Wir empfinden das Ganze ein bisschen wie ein Dorf in der Stadt. In der Genossenschaft hat man zwar seinen privaten R\u00fcckzugsraum aber auch ganz viele soziale Kontakte und ein soziales Netz. Insbesondere f\u00fcr unsere Tochter Marta freuen wir uns auf viele neue Freundinnen und Freunde. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alexander: <\/strong>Heike ist ja auf dem Dorf bei Schweinfurt aufgewachsen und war am Nachmittag immer drau\u00dfen mit ihren Freundinnen. So was \u00c4hnliches erhofft sie dann auch in Freiham. Die Genossenschaft ist mehr als wir allein je gehabt h\u00e4tten. Hier kann man gemeinsam alt werden, es sitzt nicht jeder alleine in einem gro\u00dfen Haus, wenn die Kinder mal ausgezogen sind, wie das so oft in unserer Elterngeneration der Fall ist. Im PEP haben wir bei einem Besuch gleich gemerkt, dass da eine andere Atmosph\u00e4re ist als im Rest der Stadt. Aber auch der \u00f6kologische Gedanke des umweltbewussten Bauens und Wohnen ist f\u00fcr uns wichtig. Da ist das Konzept \u201ejeder sitzt in seinem Einfamilienhaus\u201c ja auch nicht gerade optimal.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was ist schwierig f\u00fcr euch?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> In den Baugruppentreffen gibt es zurzeit schon ganz sch\u00f6n emotionale Themen. Als erstes f\u00e4llt uns da die Verteilung der zu wenigen Stellpl\u00e4tze ein. Wo unterschiedliche Meinungen und Bed\u00fcrfnisse aufeinanderprallen ist das ja auch v\u00f6llig normal, es macht aber die Entscheidungsfindung nicht gerade einfach Manchmal diskutieren wir \u00fcber Randthemen doch etwas ausf\u00fchrlich und andere Themen kommen im Verh\u00e4ltnis zu kurz. Es gibt in der Baugruppe nat\u00fcrlich auch verschiedene Weltanschauungen, die man zusammenf\u00fchren muss. Was der genossenschaftliche Gedanke des Teilens und der Selbstverantwortung f\u00fcr uns bedeutet war uns anfangs selbst nicht ganz klar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alexander: <\/strong>Das banale Thema Waschmaschinen zum Beispiel: Unser erster Impuls war, wir brauchen eine eigene, am besten in der Wohnung, einfach weil man das eben so kennt. Aber nat\u00fcrlich geht das auch anders. Wahrscheinlich geht es vielen anderen \u00e4hnlich &#8211; an neue Konzepte muss man sich erst gew\u00f6hnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em><strong>&#8222;Jedes Projekt wird einzigartig sein, es w\u00e4re aber sch\u00f6n, wenn es eine Art gemeinsame Mentalit\u00e4t gibt&#8220;<\/strong> <\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Wo seid ihr denn jetzt konkret engagiert?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike<\/strong>: Ich fange ehrlich gesagt gerade erst an, mich einzubringen, und mache jetzt erst einmal im AK G\u00e4steappartements mit. Nach einem ersten Austausch mit dem PEP war es erst einmal f\u00fcr uns ein \u00fcberraschender Gedanke, dass die Bewohner selbst putzen, wenn sie das Appartement gemietet haben. Da haben wir Freihamer noch einen Weg vor uns, wie hier Gemeinschaft funktionieren kann. Wir wollen uns das jetzt mal im PEP anschauen und informieren. Au\u00dferdem hatte ich eine Idee f\u00fcr eine Umfragetechnik, die in den Baugruppentreffen helfen k\u00f6nnte, Entscheidungen in eher emotionalen Themen zu treffen. Die werde ich nach der Sommerpause mal einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alexander<\/strong>: Ich bin vor Kurzem im AK Confluence eingestiegen, wir wollen das neu strukturieren und insgesamt wieder klarer und transparenter machen. Ich plane gerne Prozesse und Konzepte. Als erstes brennt mir das Thema Umfragen in Confluence unter den N\u00e4geln, da hier ja wichtige Entscheidungen getroffen werden. Hierf\u00fcr m\u00f6chte ich ein standardisiertes Vorgehen vorschlagen. Au\u00dferdem freue ich mich schon sehr auf die Gemeinschaftswerkstatt und will mich da einbringen. Gerade gibt es aber dringenderes finde ich.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie seht Ihr die<\/em> <em>(eure) Zukunft der Progeno?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike<\/strong>: Ich denke, dass mit steigender Mitgliederzahl vor allem gut eingef\u00fchrte Prozesse notwendig sind, wie Philipp Terhorst mal in einem Baugruppentreffen dargestellt hat. Projekt Freiham scheint sich schon deutlich von Projekt PEP zu unterscheiden &#8211; durch mehr und nat\u00fcrlich andere Bewohner, eine andere Gespr\u00e4chskultur, durch die Pandemie etc. Jedes Projekt wird einzigartig sein, es w\u00e4re aber sch\u00f6n, wenn es eine Art gemeinsame Mentalit\u00e4t gibt, die von vorherigen an zuk\u00fcnftige Projekte weitergeben wird. Insgesamt ist es sicher sinnvoll, wenn wir als Progeno noch weitere Projekte bauen, da wir das genossenschaftliche Wohnen als eine tolle M\u00f6glichkeit sehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Danke f\u00fcr das Interview!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/magazin-neu.progeno.de\/index.php\/redaktionsteam\/\">Claudius Wolfrum <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heike Ewald und Alexander von Grafenstein im Interview Raus aus der Anonymit\u00e4t der Gro\u00dfstadt, hinein&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3026,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[3],"tags":[160,145,144,17,143,23,146],"class_list":["post-3031","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leute-und-leben","tag-ausgabe-3","tag-claudius","tag-ewald","tag-freiham","tag-grafenstein","tag-interview","tag-wolfrum"],"acf":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/grafenstein_bearb.jpg?fit=886%2C665&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3031"}],"version-history":[{"count":40,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3031\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3817,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3031\/revisions\/3817"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3026"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3031"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}