{"id":4484,"date":"2022-04-19T09:10:34","date_gmt":"2022-04-19T07:10:34","guid":{"rendered":"https:\/\/magazin.progeno.de\/?p=4484"},"modified":"2023-04-06T15:09:52","modified_gmt":"2023-04-06T13:09:52","slug":"heike-skok-im-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/2022\/04\/19\/heike-skok-im-interview\/","title":{"rendered":"&#8222;Es ist grandios, wie ihr das gemacht habt!&#8220; Heike Skok, Wogeno (ausf\u00fchrliche Fassung)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Christoph und Felizitas im Gespr\u00e4ch mit Heike Skok, Gr\u00fcndungsmitglied der Wogeno<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Ohne die Pionierarbeit der Wogeno w\u00e4re die Progeno m\u00f6glicherweise nie gegr\u00fcndet worden. Wogeno-Mitgr\u00fcnderin Heike Skok ist eine echte &#8222;\u00dcberzeugungst\u00e4terin&#8220;: Wie aus der Hausbesetzerin eine &#8222;H\u00e4userbesitzerin&#8220; wurde, erz\u00e4hlt sie uns in einem spannenden Gespr\u00e4ch<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Du konntest ja bereits ein bisschen in unser Magazin schauen &#8211; ich muss gestehen, dass ich daf\u00fcr manche Anregung aus euren Wogeno-Rundbriefen entnommen habe, die ich sehr sch\u00e4tze.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Euer Magazin ist ganz wunderbar und wirklich beeindruckend &#8211; eine super gute Qualit\u00e4t!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Vielen Dank! Ja, dank einiger Profis im Redaktionsteam und vieler engagierter Laien. Wir sind auch sehr stolz darauf! So entstand in mir die Idee, dich als Urgestein der Wogeno f\u00fcr\u2019s Magazin zu interviewen. Du hast ja mit einigen anderen viel Pionierarbeit geleistet seit der Gr\u00fcndung vor ca. 30 Jahren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Es ist unglaublich wichtig, zu erfahren, wie ihr es in der Stadt M\u00fcnchen geschafft habt, so etwas wie die Wogeno auf die Beine zu stellen. Ohne eure Vorarbeit h\u00e4tten wir die Progeno nie starten k\u00f6nnen. Wir kommen von der Herkunft her eher aus der b\u00fcrgerlichen Ecke, wobei wir es nicht so empfinden, aber rein faktisch ja, wir sind jetzt nicht die gr\u00fcnen \u00d6ko Leute von Geburt an. Unser Impetus war, wie k\u00f6nnen wir gut und bezahlbar zusammen wohnen und zwar unabh\u00e4ngig von irgendwelchen speziellen \u00dcberschriften.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike: <\/strong>Es ist grandios, wie ihr das gemacht habt. Dass ihr so kurz nach der Gr\u00fcndung ein Grundst\u00fcck bekommen habt und loslegen konntet, ist ein Gl\u00fccksfall. Insofern habt ihr auch viel schneller Lernerfahrungen gemacht als wir, die Jahre brauchten, bis aus der Idee endlich Realit\u00e4t werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Ja, es war von Anfang sehr temporeich, weshalb wir bestimmte Sachen inhaltlicher Art quasi etwas nachholen. Das betrifft z. B. das Artikulieren und Definieren, was wir genau unter Selbstverwaltung und Beteiligung verstehen. Mit unserem zweiten Projekt in Freiham sind wir zu solchen Festlegungen ange-halten. Hier im ersten Projekt ist es etwas spezieller, da einige Gr\u00fcnder und beide Vorst\u00e4nde hier wohnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Da ist eben auch eine spannende Frage f\u00fcr mich. Die Gr\u00fcnder haben eine ganz besondere Beziehung &#8211; es ist mein Baby und da h\u00e4ngt man dran. Gleichzeitig ist es aber  auch manchmal eine Bremse, weil man nat\u00fcrlich eben genau diese enge Beziehung hat. Wir haben das Gef\u00fchl, dass jetzt nach sieben Jahren der richtige Zeitpunkt ist, den \u00dcbergang einzul\u00e4uten. Und es gibt ja auch gen\u00fcgend, die in dieser \u00dcbergangs-phasen mitmachen von der Gr\u00fcndung in einen laufenden Betrieb, also in eine nachhaltige, stabile Bewirtschaftung und nat\u00fcrlich den Aus- und Weiterbau.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: In gewisser Weise hatten wir den V<\/em>orteil,<em> von Anfang ein Team zu sein; kein Einzelner von uns h\u00e4tte das geschafft. Deshalb konnten wir gleich mit dieser Schlagkraft durchstarten &#8211; da gab es das bauliche Know-how, das genossenschaftliche, das finanzielle\/strukturierende und das soziale &#8211; sehr breit aufgestellt also. <\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"487\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-1024x683.jpg?resize=730%2C487&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4487\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?resize=2048%2C1365&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?w=1460&amp;ssl=1 1460w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?w=2190&amp;ssl=1 2190w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Heike Skok (Foto: stattbau GmbH)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Heike<\/strong>: Zu mir, ich bin Heike Skok inzwischen 65 Jahre und studierte Soziologin. Urspr\u00fcnglich komme ich aus Frankfurt, bin \u00fcber die Jahre ein bisschen in der Welt herumgekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Was war damals der der Ausschlag, Soziologie zu studieren?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Nun, ich bin schon eher eine Generalistin, da hat das gut gepasst, sich mit gesellschaft-licher und politischer Entwicklung zu befassen. Ich habe eine Tante mit einem bunten Lebenslauf, die mir Anst\u00f6\u00dfe gegeben hat, dazu drei Schwestern, komme also aus einer von Frauen dominierten Familie. Am frauenpolitischen Engagement kam &#8222;frau&#8220; nicht vorbei, wenn sie Ende der 70er Jahre ein bisschen mit offenen Augen unterwegs war. Ich war dann mit Aktion S\u00fchnezeichen Friedensdienste als Frei-willige in den USA und ab Mitte der 80er hauptamtlich in den USA als Leiterin des USA B\u00fcros. Das alles hat mich stark gepr\u00e4gt. Aktion S\u00fchnezeichen gr\u00fcndete sich aus der Bekennenden Kirche mit dem Ziel, in die L\u00e4nder zu gehen, die vom Faschismus besonders stark getroffen waren, um dort praktische Aufbauarbeit zu leisten. Die Verbindung in die USA kam zustande \u00fcber die Vietnam-Kriegsdienst-verweigerer, die \u00fcber die Qu\u00e4ker z.T. auch nach Deutschland kamen. Ein Schwerpunkt der Freiwilligen war das Community Organizing in armen Nachbarschaften. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Also sozusagen &#8222;Selbsterm\u00e4chtigung&#8220; , &#8222;Empowerment&#8220;?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja genau, das trifft es gut. Damit habe ich in Chicago Erfahrungen gesammelt, und war anschlie\u00dfend in Ohio, um mit straff\u00e4llig gewordenen Jugendlichen zu arbeiten. Solche, die auf Bew\u00e4hrung in eine Art betreutes Wohnen entlassen werden. In meiner Zeit als L\u00e4nderbeauftragte haben wir den Kontakt zu der j\u00fcdischen Gemeinde hergestellt, z. B. mit Freiwilligen-Arbeit in j\u00fcdischen Altersheimen, oder in j\u00fcdischen Museen und Organisationen. Das ist also meine &#8222;Politisierungs-Geschichte&#8220;, die ganz tief in mir verankert ist. Mit Stadtentwicklung und Genossenschaften hat es tats\u00e4chlich in Berlin w\u00e4hrend meines Studiums angefangen. Da habe ich Anfang der 80er zusammen mit Freundinnen aus dem \u201cNotruf f\u00fcr vergewaltigte Frauen\u201d ein Haus besetzt, nat\u00fcrlich das sch\u00f6nste Haus am Landwehrkanal, wie sich das f\u00fcr uns \u201cDamen\u201d geh\u00f6rt. Es war v\u00f6llig hin. Von Fussb\u00f6den \u00fcber Fenster bis zu Wasser und Strom musste alles neu verlegt werden, mit Material aus Abbruchh\u00e4usern. Wasser bekamen wir von netten Nachbarinnen \u00fcber einen Schlauch, praktisch wa r die \u00f6ffentliche Toilette gegen\u00fcber und einmal in der Woche waren wir in Schwimmbad zum Duschen. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas:<\/em> <em>Wart Ihr denn so handwerklich begabt oder wie habt ihr das gemacht?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike: <\/strong>Nun, wir sind nicht lange allein geblieben, sondern es kamen Freund:innen und Bekannte dazu \u2013 alle haben mitgemacht, nach pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten. Der Gedanke der Selbsthilfe, den wir von Anfang an dann bei der Wogeno nach M\u00f6glichkeiten eingef\u00fchrt haben. Das ist genau die Idee, dass \u00fcber gemeinsames Tun unterschiedliche Herk\u00fcnfte, Bildungsstandard etc. keine so wichtige Rolle mehr spielen, weil man sich ganz anders erlebt. Jedenfalls in den 80ern hatte sich die Luisenstadt-Genossenschaft schon gegr\u00fcndet, das waren die ersten genossenschaftlichen Ans\u00e4tze in Berlin. Der Prozess der Hausbesetzungs-Legalisierung hat lange gedauert. Manche H\u00e4user wurden ger\u00e4umt und bei den legalisierten H\u00e4usern wurde \u00fcberlegt, wir die \u00dcbernahme gehen k\u00f6nnte. Das geschah dann oft in Form einer Genossenschaft. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wir sind nicht lange allein geblieben, sondern es kamen Freund:innen und Bekannte dazu \u2013 alle haben mitgemacht, nach pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten. Der Gedanke der Selbsthilfe, den wir von Anfang an dann bei der Wogeno nach M\u00f6glichkeiten eingef\u00fchrt haben. Das ist genau die Idee, dass \u00fcber gemeinsames Tun unterschiedliche Herk\u00fcnfte, Bildungsstandard etc. keine so wichtige Rolle mehr spielen, weil man sich ganz anders erlebt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Wie kam es denn, dass das Thema &#8222;Genossenschaften&#8220; wieder aufkam? Genossenschaften sind ja eigentlich eher was Altes, auch eher Verstaubtes.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike: <\/strong>Mitte der 80er ist ja ganz viel in Bewegung gekommen, in Hamburg und \u00fcberall. Im Widerstand v.a. gegen den Leerstand und Abriss von Gr\u00fcnderzeitbest\u00e4nden. Da kam auch das genossenschaftliche Thema neu auf. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel wurden ehemalige Zechensiedlungen genossen-schaftlich \u00fcbernommen. Es war eine Zeit des Aufbruchs, in der verstanden wurde, dass das genossen-schaftliche Konzept das maximal solidarische Konzept ist. In dieser Zeit wurde auch der wohnbund e.V. gegr\u00fcndet, als Netzwerk wohnpolitisch engagierter Fachleute, die mit ihrer Arbeit zur Entwicklung und Realisierung zeitgem\u00e4\u00dfer Wohnformen beitragen. Meine unmittelbare Verbindung zu Genossen-schaften kam bei meiner R\u00fcckkehr aus den USA zustande. 1991 wurde ich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Frauengenossenschaft WeiberWirtschaft. Die hatte sich 1989 gegr\u00fcndet, um einen Frauen-Gewerbehof zu etablieren. Ich bin genau in die spannende Zeit nach dem Mauerfall dazu gekommen. Meine Hauptaufgabe war es, ein Objekt zu finden, in dem wir diese Genossenschaft realisieren k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Ihr hattet noch keine Immobilie, wart aber schon gegr\u00fcndet?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike<\/strong>: Ja, wir wollten B\u00fcros, Werkst\u00e4tten und \u00e4hnliches f\u00fcr Frauen-Startups zur Verf\u00fcgung stellen. Das wurde aus einem Forschungsprojekt heraus entwickelt. In den Gremien waren erstmal Frauen aus dem Wirtschafts- und Forschungsbereich (Wissenschaftszentrum Berlin und Hochschule). Sie hatten festgestellt, dass Frauen  Unterst\u00fctzung brauchen, dass es Strukturen braucht, in denen sich Frauen selbstst\u00e4ndig machen k\u00f6nnen. Es war ein sehr spannendes Jahr f\u00fcr mich! 1992 entschloss ich mich dennoch nach M\u00fcnchen zu ziehen, meinem Liebsten Thomas Hartmann hinterher, der aus M\u00fcnchen stammte und nicht mehr nach Berlin zur\u00fcck wollte. Das war nat\u00fcrlich ein bisschen schmerzhaft, vorallem, da &#8211; kaum dass ich weg war &#8211; tats\u00e4chlich ein Geb\u00e4ude f\u00fcr die WeiberWirtschaft gefunden wurde, und zwar ausgerechnet die ehemalige VEB Kosmetik!!  Das Projekt ist zustande gekommen &#8211; nat\u00fcrlich mit viel F\u00f6rderung von Bund und vom Land. Es wird immer noch abbezahlt, aber die WeiberWirtschaft lebt und ist beispielgebend f\u00fcr andere Projekte in Hannover oder in Bremen. Nat\u00fcrlich bin ich immer noch Mitfrau. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Es ist mir wichtig zu sagen, dass wir uns von Anfang an als eine politische Organisation verstanden haben. Wir hatten damals den Eindruck, dass M\u00fcnchen das braucht.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Und wie ging es dann hier in M\u00fcnchen f\u00fcr dich weiter?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike <\/strong>: Nun, ich musste mich nach einer Arbeit umsehen. Zuf\u00e4llig hatten die Gr\u00fcnen im Landtag gerade eine halbe Stelle als Frauenreferentin ausgeschrieben. Diese Stelle bekam ich dann auch aufgrund meines frauenpolitischen Hintergrunds. Das nat\u00fcrlich eine prima Ausgangssituation f\u00fcr einen Neustart in M\u00fcnchen. Zu dem Zeitpunkt hatte sich Thomas hier in das lokale wohnbund Netzwerk eingeklinkt und dort u.a. Peter Schmidt kennengelernt. Das Thema Wohnprojekt lag in der Luft. Als ich nach M\u00fcnchen kam, waren schon erste \u00dcberlegungen f\u00fcr die Gr\u00fcndung eines Wohnprojekts im Gespr\u00e4ch. Schnell bildete sich eine Initiative, zu der neben Peter Schmidt u.a. auch Christian Stupka dazu stie\u00df. Wir haben ein Jahr lang \u00fcberlegt, wie kann das gehen, wo, mit wem und so weiter. Thomas hat zwei Semester in Z\u00fcrich studiert und kannte daher die Wogeno Z\u00fcrich. Auf dem Weg in einen gemeinsamen Skiurlaub sind wir dort vorbeigefahren, haben uns alles angeschaut und festgestellt: Das ist genau das Konzept, das wir brauchen!! Denn in unserer kleinen Wohnprojekt Gruppe gab es sehr unterschiedliche Vorstellungen, \u00fcber den Standort und die Rechtsform. Das ging nicht leicht unter einen Hut. Und Genossenschaft war das passende Modell, um zu sagen: Wir gehen von vornherein davon aus, dass wir mehrere Projekte machen, damit alle ihr Pl\u00e4tzchen finden k\u00f6nnen. Letztlich haben wir uns f\u00fcr das Wogeno Z\u00fcrich Konzept entschieden und Peter Schmidt hat eine Satzung geschrieben. Es ist mir wichtig zu sagen, dass wir uns von Anfang an als eine politische Organisation verstanden haben. Wir hatten damals den Eindruck, dass M\u00fcnchen das braucht. Die Genossenschaft hat einfach die richtige Struktur, die richtige Rechtsform, um praktisch solidarisch voranzugehen. Wir waren auch immer sehr pragmatisch unterwegs, nicht so sehr auf Selbstverwirklichung hin ausgerichtet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"743\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/p20130623_3711_klein-2.jpg?resize=730%2C743&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4670\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/p20130623_3711_klein-2.jpg?w=786&amp;ssl=1 786w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/p20130623_3711_klein-2.jpg?resize=295%2C300&amp;ssl=1 295w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/p20130623_3711_klein-2.jpg?resize=768%2C782&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Westendstra\u00dfe (Foto: Wogeno eG)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Wie habt ihr das denn praktisch gemacht, von was habt ihr gelebt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike: <\/strong>Es war ein zentraler Pluspunkte f\u00fcr die Wogeno-Gr\u00fcndung, dass wir drei Gr\u00fcndungsmitglieder, Peter Schmidt, Christian Stupka und ich, Teilzeitstellen hatten und die zweite H\u00e4lfte unserer Arbeitszeit in den Aufbau der Genossenschaft stecken konnten.  Na ja und wir hatten alle keinen riesigen Lebens-standard, eine kleine Wohnung , noch keine Kinder, kein Auto und keine riesigen Anspr\u00fcche, dann geht das eben. Es hat dann ein ganze Weile gedauert, bis sich seit der Gr\u00fcndung 1992 alles so weit ent-wickelt hat, dass Arbeit f\u00fcr die Wogeno auch mal was bezahlt werden konnte. Damals waren wir die erste junge Initiative in M\u00fcnchen und haben einen wohnbund-Kongress in M\u00fcnchen genutzt, um die Genossenschaft \u00f6ffentlich zu pr\u00e4sentieren. Dort gab es auch Presse. Und so hatten wir auf den ersten Schwung die ersten 100 Solidar-Mitglieder. Die haben gesagt: \u201c Das braucht es jetzt endlich auch in M\u00fcnchen. Wir sind die letzten in der Bundesrepublik in einer gr\u00f6\u00dferen Stadt!\u201d Ja, und das hat sich auch \u00fcber eine relativ lange Zeit dann so gehalten. Ein Stamm von Mitgliedern ohne aktuellen Wohnbedarf war f\u00fcr unsere Eigenkapitalbasis wichtig. Wir haben niemandem versprochen, wann und ob sie jemals eine Wohnung bekommen &#8211; immer ganz offensiv, weil wir ja gar nicht wussten, wie es weitergehen kann. Wir waren kurz vorm Einpacken ,als es dann mit der Agnesstrasse 1986 doch geklappt hat &#8211; das war das erste Projekt &#8211; ein Erbauprojekt! <\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Wie habt ihr das angestellt, an so eine Immobilie wie der Agnesstrasse zu kommen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike: <\/strong>Das Haus war von einem Investor, einem stadtbekannten Spekulanten, gekauft worden. Es gab dort sehr aktive Bewohner:innen, die sich dagegen zur Wehr setzten. Sie hatten die Fassade mit  Bannern best\u00fcckt und j\u00e4hrliche Stra\u00dfenfeste und \u00e4hnliches organisiert, um auf ihre Situation auf-merksam zu machen. \u00dcber einen befreundeten Anwalt, der die Hausgemeinschaft immer beraten hatte, kam die Gruppe auf uns zu: \u201cWir wollen, dass die Wogeno das Haus rettet!\u201d. Wir sind dann wir zum damaligen gr\u00fcnen Kommunalreferenten Schorsch Welsch gegangen mit der Aufforderung um Unterst\u00fctzung. Wir haben mobilisiert und politischen Druck ausge\u00fcbt und letztlich hat das Kommunalreferat das Vorkaufsrecht ausge\u00fcbt. Die Wogeno hat dann einen Erbbaurechtsvertrag f\u00fcr dieses Grundst\u00fcck bekommen. So hatten wir unser erstes Haus! <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"548\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Agnes-1.jpg?resize=730%2C548&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4667\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Agnes-1.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Agnes-1.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Agnes-1.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Agnesstra\u00dfe (Foto: Wogeno eG)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Und wegen der Erbpacht war Eigenkapital nicht so ein Thema?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike<\/strong>: Ohne Erbbaurecht w\u00e4re es nicht zu finanzieren gewesen, aber die Bewohner:innen wussten ja auch, dass sie mithelfen m\u00fcssen. Mit ihnen hatten wir die ersten wohnenden Mitglieder und au\u00dferdem gab es ja noch ein paar freie Wohnungen f\u00fcr weitere Mitglieder. Ich kann mich auch noch an viele Zeitungsartikel erinnern. Denn wir haben immer versucht, eine gute \u00d6ffentlichkeit und zur Politik einen guten Kontakt zu haben. Heute ist das nicht mehr so wichtig. Immer wieder waren wir bei der Ver-waltung vorstellig und haben \u00fcberall Lobbyarbeit gemacht, z. B. bei der damaligen Chefin der HA III, die unseren Vorstellungen sehr skeptisch gegen\u00fcber stand. Deshalb mussten wir alles tun, um zu beweisen, dass wir nicht unser sch\u00f6nes Genossenschafts-Nest f\u00fcr ein paar Mittelkl\u00e4ssler bauen wollen. So sind wir auch ganz fr\u00fch mit BISS in Kontakt getreten und mit anderen sozialen Organisationen, um praktisch zu belegen, dass wir tats\u00e4chlich unsere Genossenschaft sozial-politisch verantwortlich aufstellen wollen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ja, wir haben wirklich dicke Bretter gebohrt \u2026 Auf kommunaler Ebene und in der Verwaltung war die Experimentierfreude anderswo viel gr\u00f6\u00dfer, als in so einer saturierten Stadt wie in M\u00fcnchen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Ja, das ist ja das Thema, dass ihr f\u00fcr alle nachfolgenden Genossenschaften diese Vorarbeit bei der Stadt geleistet habt. Die Genossenschaften sind wirklich daran orientiert, der Stadt zu helfen, einen guten Wohnungsbau zu machen. Das waren vor allem die Gr\u00fcnen und die SPD, die ihr bearbeitet habt, oder?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike: <\/strong>Dann aber auch die CSU. Genossenschaften sind auch dort unumstritten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Okay, sehr gut zu h\u00f6ren, dass das die CSU auch so sieht. Wir hatten hier ja im Zusammenhang mit Freiham vor einigen Jahren diverse CSU Stadtr\u00e4tinnen sitzen, um das Prinzip Genossenschaft zu erkl\u00e4ren. Vielleicht ist es auch eher am Land so, dass die CSU sich oft schwer tut mit \u201cGenossen\u201d &#8211; das ist oft noch die falsche Farbe. Da gibt es Aufkl\u00e4rungsbedarf dar\u00fcber, dass eine Genossenschaft nichts mit politischer Einstellung zu tun, sondern dass sie auf das Gemeinwohl hin ausgerichtet ist, also alle Schichten der Gesellschaft einschlie\u00dft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike<\/strong>: Ja, wir sind dann sehr fr\u00fch auf mein Betreiben hin der Vereinigung der M\u00fcnchener Wohnungs-unternehmen e.V. beigetreten, in dem viele M\u00fcnchner ehem. gemeinn\u00fctzigen Wohnungsunternehmen und alte Genossenschaften Mitglied sind. Es gab ein oder zweimal im Jahr eine Versammlung und  etwas Bildungsarbeit (z. B. Exkursionen). Mir war es wichtig dabei zu sein, um zu signalisieren, dass wir gut aufgestellt sind, dass wir \u201czwar\u201d innovative Ideen haben, aber dass wir grunds\u00e4tzlich genauso gemeinwohlorientiert arbeiten wie die anderen. Anfangs wurden wir dort ein bisschen befremdlich angeguckt, aber inzwischen sind die jungen Genossenschaften dort anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Also, ihr habt von Anfang in allen Richtungen wirklich breite Lobbyarbeit geleistet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja, wir haben wirklich dicke Bretter gebohrt, weil es in M\u00fcnchen anders war als z. B. in Berlin oder in NRW mit ihren Leerst\u00e4nden und Hausbesetzungen. Hier dauert der Leerstand max. 1 Tag, wie ich geh\u00f6rt habe. So gab es vonseiten der Stadt nie die Erfordernis, innovative L\u00f6sungen zu verfolgen. Auf kommunaler Ebene und in der Verwaltung war die Experimentierfreude anderswo viel gr\u00f6\u00dfer, als in so einer saturierten Stadt wie in M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Also die Offenheit, sich auf etwas unkonventionelle, innovative Modelle und Konzepte einzustellen, ist in anderen St\u00e4dten, in denen es in sich schon ein bisschen offener, turbulenter zugeht, mehr da als in M\u00fcnchen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja, absolut. Und deshalb war es sehr m\u00fchsam f\u00fcr die ersten Initiativen in M\u00fcnchen. F\u00fcr unser Projekt in der Johann-Fichte-Str. haben wir uns mit dem CBF (Club der Behinderten und ihrer Freunde) zusammen getan und so das Grundst\u00fcck in Schwabing bekommen. Langsam aber sicher kam allm\u00e4hlich in der Politik und in der Verwaltung an, dass wir tats\u00e4chlich nicht nur extravagante Ideen haben, sondern tats\u00e4chlich einen gr\u00f6\u00dferen Blick auf die Stadt, dass wir Mitgestalter:innen der Stadtgesellschaft sind. Und das, denke ich, hat schon eine wichtige Rolle gespielt bei der Entscheidung, so viele Fl\u00e4chen an Genossenschaften zu vergeben. Auch die Wagnis eG hat dazu beigetragen, die z. B. mit den waghalsig gro\u00dfen Gemeinschaftsfl\u00e4chen am Ackermannbogen, f\u00fcr die kein Investor im Viertel einen m\u00fcden Cent beigesteuert hat, ein gro\u00dfes wirtschaftliches Risiko eingegangen ist (\u201cWie kriegen wir das vermietet, wie kriegen wir da die erforderlichen Mieten rein?\u201d)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"548\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Innenhof.jpeg?resize=730%2C548&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4675\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Innenhof.jpeg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Innenhof.jpeg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Innenhof.jpeg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Johann-Fichte-Stra\u00dfe 12 (Foto: Wogeno eG)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Das hei\u00dft, durch politische Arbeit und auch faktische Arbeit in den Projekten konnte ein gro\u00dfes Vertrauen bei der Stadt aufgebaut werden, in dem Sinne, dass das wirklich was Gutes ist, nicht nur f\u00fcr die eigenen Leute, sondern auch f\u00fcr die Stadtgesellschaft. Damit wuchs ja auch euer Selbstbewusstsein, \u00fcberall mitzutun, wo es um das Wohnen ging. Welche Hindernisse hattet ihr zu bew\u00e4ltigen, welche Konflikte hattet ihr zu l\u00f6sen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Es sind diese kleinen Sachen im Detail: Ich wei\u00df noch, wie ich weinend im B\u00fcro sa\u00df, weil ich mit den T\u00fccken der verschiedenen F\u00f6rderstufen (z. B. \u201cM\u00fcnchen Modell\u201d) k\u00e4mpfte, also welche Haushalte in welcher Gr\u00f6\u00dfe in welche Kategorie fallen usw. Wir kamen alle nicht vom Fach und hatten noch nie vorher gef\u00f6rderten Wohnungsbau gemacht. Die Stadt hat bei dem Projekt in Riem auf einmal gesagt hat, das es so gar nicht ginge, wie ich mir das vorgestellt habe bzw. wie ich meinte, dass es mir zugesagt war. Das musste ich anschlie\u00dfend den k\u00fcnftigen Bewohnerinnen und Bewohnern beibringen. Ich konnte das dann noch heilen, aber es gab immer wieder in diesen Prozessen diese ersch\u00fctternden Erlebnisse. Wir waren in gewisser Weise auch allein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Du warst damals Vorstand mit Peter Schmidt und Christian Stupka, oder? Wie habt ihr euch die Aufgaben aufgeteilt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Jede\/r von uns hat jeweils ein Projekt verantwortet; eine professionelle Projektsteuerung hatten wir damals nicht. Wir haben das alles nebenbei gemacht. Zu meiner Teilzeitstelle bei den Gr\u00fcnen im Landtag bin ich immer mit einem Rucksack voller Wogeno-Arbeit. Es war alles papierbasiert, online-Arbeit war ja damals noch gar nicht Standard. Insgesamt war es wirklich ein richtiges learning by doing. In einer gewissen Weise bin ich neidisch auf die jetzige Situation. Denn mittlerweile gibt es angestellte Architekten, die Projektsteuerung intern \u00fcbernehmen. In den Vorstandssitzungen musste ich dann Entscheidungen treffen; mit guter Beratung an der Seite konnte ich das auch. Aber es war ein nervenaufreibender Job als Vorstand.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"548\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Front-mit-Fahrradboxen-2.jpg?resize=730%2C548&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-4668\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Front-mit-Fahrradboxen-2.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Front-mit-Fahrradboxen-2.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Front-mit-Fahrradboxen-2.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Caroline-Herschel-Stra\u00dfe in der Messestadt Riem (Foto: Wogeno eG)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Dann waren also in den Neubauprojekten die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen eher in der Art, dass du ohne gro\u00dfe Vorkenntnisse dir selber vieles aneignen musstest und eben aus den Fehlern am meisten gelernt hast.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja. Wir hatten nat\u00fcrlich auch Unterst\u00fctzung durch unseren Aufsichtsrat. Relativ bald kam Richard Matzinger dazu, der zuvor Wirtschaftspr\u00fcfer beim Verband gewesen war und die Wogeno auch mal gepr\u00fcft hatte. Er im Aufsichtsrat war nat\u00fcrlich ein riesen Gewinn. Und ein befreundeter Steuerberater war auch von Anfang dabei. Wir hatten weitere gute Leute an unserer Seite, wodurch wir das \u00fcberhaupt bew\u00e4ltigen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Dass hei\u00dft, dass der Aufsichtsrat am Anfang punktuell schon auch operativ mitgemacht hat?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Nein, schon eher beratende, aber das war sehr wichtig. Der Aufsichtsrat tagt bis heute einmal im Monat, das haben die anderen Genossenschaften so meines Wissens nach nicht und das ist extrem herausfordernd f\u00fcr die Leute im Aufsichtsrat.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Bei uns haben wir haben gemerkt, dass der Aufsichtsrat einen gewissen formellen Standard haben muss, also Protokolle schreiben und Beschl\u00fcsse dokumentieren. Denn der Pr\u00fcfer will alles sehen. Dar\u00fcber Hinaus gibt es Fragen der Strategie und Konzeptentwicklung, eben: Wie macht\u2019s man und wie schafft man dies und jenes? Wir trennen das: Die formellen Sachen erledigen wir in den offiziellen viertelj\u00e4hrlichen Sitzungen und dazwischen gibt es Sitzungen f\u00fcr die sogenannten weichen Themen, die wir informell diskutieren. Dazu muss sich der Vorstand auch nicht vorbereiten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Noch eine andere Frage: Wie war denn die Beziehung zu den Bewohnerinnen und Bewohnern? Gab es da Konflikte? War das harmonisch oder gab es diametral andere Vorstellungen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Das ging eigentlich ganz gut. Es gibt immer irgendwelche spezielle Mitglieder, z. B. gab es einen Haushalt, der immer mit der Lupe noch irgendwas auf dem Parkett gefunden hat. Aber im Grunde ging es sehr solidarisch zu. Wir hatten auch einen Strategiewechsel. Anfangs hatten wir in Riem eine Bau AG, um transparent zu arbeiten und Arbeit zu b\u00fcndeln. Wir haben im Lauf der Zeit immer wieder Anpassungen vorgenommen, damit die Projektentwicklung auch tats\u00e4chlich produktiv ist. Vor allem in den ersten Projekte gab es viel Selbsthilfe. Das war sehr gut, auch um die Gruppen zusammen zu bringen. Dabei haben wir nat\u00fcrlich auch Lernerfahrungen gemacht &#8211; in einem Projekt gibt es bis heute keine Fu\u00dfbodenleisten, weil die Puste ausging. Bei den aktuellen, energetisch hoch komplexen Projekten ist es nicht mehr m\u00f6glich, so viel selbst zu machen. Insofern gibt es heute mehr Information und Gespr\u00e4ch. Da die Bauvorhaben immer komplexer werden, ist es wirklich eine gro\u00dfe Herausforderung zu \u00fcberlegen, welche Elemente schon in der Planungsphase eingebracht werden k\u00f6nnen, um die Bindung der Bewohnerschaft zu verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Genau, das ist der Punkt: Den Grundgedanken der Beteiligung, mit dem ihr gestartet seid, zu behalten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja, man muss ein ordentliches Konzept ausarbeiten, um zu sehen, an welchem Punkt eine Beteiligung sinnvoll und zielf\u00fchrend ist. Denn es geht ja nicht um irgendeine \u201cBesch\u00e4ftigung\u201d von Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Dabei geht es in erster Linie um eine transparente Kommunikation. Nach meiner Erfahrung ist es nicht so schlimm, wenn man den Leute sagt, dass wir etwas noch nicht wissen, das sich noch was kl\u00e4rt. Nicht gut ist es, wenn man den Leuten sagt, hier k\u00fcmmert euch mal, ihre Arbeit aber dann keine Relevanz hat, da die Entscheidungen woanders getroffen werden, also nach dem Motto \u201crein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln\u201d. Es ist auch wichtig, dass sich Konfliktpunkte nicht ewig wie ein Kaugummi in die L\u00e4nge ziehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Es ist besser, angesichts der immer komplexeren Vorhaben der Stadt und den engen finanziellen Rahmen ein paar wenige Dinge zu bestimmen, bei denen Beteiligung wirklich sinnvoll ist. Wir haben hier bei uns im Bau nicht wirklich viel Beteiligung gehabt. Unser Schwerpunkt der Partizipation lag bei den Gemeinschaftsr\u00e4umen; solche Themen k\u00f6nnen in die H\u00e4nde der zuk\u00fcnftigen Bewohnerinnen und Bewohner gelegt werden. Dadurch steigen Qualit\u00e4t und Identifikation.<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Da die Bauvorhaben immer komplexer werden, ist es wirklich eine gro\u00dfe Herausforderung zu \u00fcberlegen, welche Elemente schon in der Planungsphase eingebracht werden k\u00f6nnen, um die Bindung der Bewohnerschaft zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja, du hast recht. Das ist bei uns im Haus im Prinz-Eugen-Park auch so gelaufen; es gibt Arbeitsgruppen, die sich z. B. mit der Einrichtung der Gemeinschaftsr\u00e4ume besch\u00e4ftigen. Das ist einfach realistisch.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Wir hatten hier anfangs die Frage: Was f\u00fcr ein Charakter hat so ein Geb\u00e4ude? Uns war hier sehr wichtig, dass in der attraktiven Mitte das Gemeinschaftshaus mit Gemeinschaftsraum, Werkstatt, Appartements, Computer Lounge liegt, also an unserer Premium Stelle und nicht im hintersten Eck. Und das kann man ja schon diskutieren: Wollt ihr dem Thema Gemeinschaftlichkeit einen hohen Wert geben? Oder ist das nur ein Randthema. Also, Hauptsache meine Wohnung ist toll und sch\u00f6n und gro\u00df und liegt an der sch\u00f6nsten Ecke oder ist die sch\u00f6nste Stelle die f\u00fcr unsere Gemeinschaftsr\u00e4ume?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Ich meine auch, dass man so etwas von der Genossenschaft mehr oder weniger vorgeben kann oder sollte. Denn darin liegt ja auch die Qualit\u00e4t des Wohnens in einer Genossenschaft. Wir haben dann auch die Leute, die das sch\u00e4tzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Apropos Beteiligung: Nach der Fertigstellung von der Johann-Fichte-Str. und Riem haben wir einen Workshop gemacht, also ein Gespr\u00e4ch mit einigen Bewohnerinnen und Bewohnern, mit den Ingenieuren und Architekten; wir haben f\u00fcr einen halben Tag alle zusammen geholt und zusammen ausgewertet, was gut gelaufen ist und was nicht so gut gelaufen ist.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Das finde ich interessant. Genau das habe ich auch f\u00fcr uns nach unseren beiden Projekten vorgeschlagen, vielleicht in zwei Runden, auf jeden Fall mit Bewohnerbeteiligung. Dabei wird es viel um Kommunikation gehen: Wie wurde was, wann kommuniziert?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Es ist schon richtig, dass man echt mal nach drei, vier Jahren zur\u00fcck schaut. Auch f\u00fcr die Bewohnerinnen und Bewohner klar machen, woher der Druck kommt, den der Vorstand hat. Ja, da gab es die Knackpunkte, da musste der Vorstand so und so entscheiden. So k\u00f6nnen wir die Leute gut mitnehmen im Projekt und vor allem lernen f\u00fcr das n\u00e4chste Projekt &#8211; also beides. Denn die Leute k\u00f6nnen einfach ihre Sachen loswerden, auch wenn da ein Frust ist; also eine Art Bereinigung und ein gemeinsames Lernen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Kleiner Schwenk: Wir wissen aus eigener Erfahrung wir, dass eine Gr\u00fcndung einer Genossenschaft eben gro\u00dfes Engagement bedeutet. Deshalb die Frage: W\u00fcrdest du das nochmals machen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja, ich bin weiter mit dabei. Ich selber bin keine Frontfrau sondern eine Teamarbeiterin, aber gehe auch in Verantwortung, wenn ich Unterst\u00fctzung an der Seite habe.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Du bist ja ganz stark vernetzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wir haben unsere Erfahrungen offengelegt, weil es uns wichtig war und ist, dass es auch andere gibt und dass die Idee, die Projekte verbreitet werden. Und das, denke ich, hat sehr stark die Atmosph\u00e4re der guten Kooperation gepr\u00e4gt, die wir ja bis heute unter den Genossenschaften in M\u00fcnchen haben.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Das stimmt. Und das hat auch die Atmosph\u00e4re hier in M\u00fcnchen mitgepr\u00e4gt, unter den Genossenschaften &#8211; so wie es das in manchen St\u00e4dten vielleicht nicht so gibt. Wir haben Wagnis auf dem Weg geholfen, ich habe FrauenWohnen auf dem Weg geholfen. Wir haben unsere Erfahrungen offengelegt, weil es uns wichtig war und ist, dass es auch andere gibt und dass die Idee, die Projekte verbreitet werden. Und das, denke ich, hat sehr stark die Atmosph\u00e4re der guten Kooperation gepr\u00e4gt, die wir ja bis heute unter den Genossenschaften in M\u00fcnchen haben. In der Zwischenzeit sind wir zwar in einer Konkurrenzsituation um die Grundst\u00fccke, aber das \u00e4ndert nichts an der grunds\u00e4tzlichen Solidarit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Ja, es gibt diese Konkurrenz in der Bewerbung auf die Grundst\u00fccke hin, aber nicht in der Lobbyarbeit. Denn vom Ansatz her gibt es keine gro\u00dfen Unterschiede.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Genau, nur der Anforderungskatalog von der Stadt wird immer gewaltiger und das ist finanziell\/wirtschaftlich allm\u00e4hlich schwer darstellbar.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Ja, wir als Genossenschaften sind ja privatwirtschaftlich aufgestellt, aber nicht gewinnorientiert. Wir wollen aber mit unseren Bewohnerinnen und Bewohner nicht ins Risiko gehen m\u00fcssen. Von der Stadt bekommen wir aber zwischenzeitlich ein Korsett umgelegt, da die Auflagen so viele sind. Da fragt man sich, warum die Stadt diesen offensichtlichen Bedarf nicht mit ihren st\u00e4dtischen Gesellschaften selber abdeckt. Wir als sehr gemeinwohlorientierte Genossenschaften m\u00fcssen entsprechende Freir\u00e4ume bekommen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Wir als mitbauzentrale hatten schon vor einem halben Jahr einen eigenen Brief an die Stadt geschrieben, es gab Briefe von der GIMA und es gab auch schon Gespr\u00e4che mit der Frau Prof. Merk usw. Ja, all diese Sachen sind schon gelaufen, kurz vor Weihnachten ist dann dieses Sammel-Schreiben raus, das alle Genossenschaften unterschrieben habe.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Das ist toll, dass alle unterschrieben haben. Diese Botschaft zeigt ja wirklich, dass alle geschlossen dahinter stehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Aber dennoch scheint das keine Wirkung zu haben. Soweit wir wissen, muss in die Ausschreibungsunterlagen f\u00fcr die Bayernkaserne alles reingeschrieben werden, was vom Stadtrat beschlossen wurde. Es ist da eine Grenze an Machbarkeit \u00fcberschritten. Wir von der mitbauzentrale sagen schon sehr lange, dass die Stadt von dieser Pseudo-Konzeptausschreibung mit den vielen H\u00e4kchen und Forderungen lassen muss. Es muss einen Spielraum geben. Zum Beispiel steht in dem Schreiben auch, dass diese Mietpreis Reduzierung im KMB-Bereich so viele Punkte bekommt. Das geht \u00fcberhaupt nicht. Es sollte eine ernstzunehmend Konkurrenz zwischen den Genossenschaften bez\u00fcglich ihrer Schwerpunkte geben, also dass jede Genossenschaft seine Konzeptbausteine selber aussuchen kann, aber kein Preiskampf. Das Bl\u00f6de ist, dass es in M\u00fcnchen keine Jury gibt, sondern dass die Verwaltung entscheidet. Das ist einfach schade.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Christoph: Es gibt keine kreativen Spielr\u00e4ume. Gerade diese Mietpreis Geschichte setzt die falschen Signale, da wir dann die Einlagen erh\u00f6hen m\u00fcssen. Das sind aber falsche Anreize, da das Angebot dann nur noch f\u00fcr die Reichen ist. Aber wir haben hier einen Wohnungsmangel f\u00fcr breite Bev\u00f6lkerungsschichten, denn die Leute ziehen in die St\u00e4dte. Wenn du das gestalten willst, dann muss es \u00fcber andere Mechanismen gehen als \u00fcber diese Mietpreis- Komponente.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heike:<\/strong> Ja, das steht auch ganz deutlich in dem Schreiben, dass das eine soziale Schieflage bef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Felizitas: Ganz herzlichen Dank f\u00fcr Deine Zeit &#8211; es ist eine echte Kostbarkeit, mit dir in diesem offen und vertraungsvollen Austausch zu stehen und so an deinem gewaltigen Erfahrungsschatz teilhaben zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/magazin-neu.progeno.de\/index.php\/2022\/04\/29\/heike-skok-im-interview-gekuerzte-fassung\/\" data-type=\"post\" data-id=\"4508\">Zur\u00fcck zur gek\u00fcrzten Fassung des Interviews<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/magazin-neu.progeno.de\/index.php\/redaktionsteam\/\">Christoph Mussenbrock \/ Felizitas Mussenbrock<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph und Felizitas im Gespr\u00e4ch mit Heike Skok, Gr\u00fcndungsmitglied der Wogeno Ohne die Pionierarbeit der&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":4487,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[265,75,304,307,125,303,306],"class_list":["post-4484","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized","tag-ausgabe-4","tag-gruendung","tag-h-skok","tag-historie","tag-muenchen","tag-wogeno","tag-wohnbund"],"acf":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/stattbau-0268_a-1-scaled.jpg?fit=2560%2C1707&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4484"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6030,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4484\/revisions\/6030"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4487"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}