{"id":6076,"date":"2023-05-17T13:46:00","date_gmt":"2023-05-17T11:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/magazin.progeno.de\/?p=6076"},"modified":"2023-05-24T11:11:24","modified_gmt":"2023-05-24T09:11:24","slug":"inklusion-beginnt-im-kopf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/2023\/05\/17\/inklusion-beginnt-im-kopf\/","title":{"rendered":"&#8222;Inklusion beginnt im Kopf&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer Inklusion haben will, muss gro\u00df denken!<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8222;<strong>Wir finden Inklusion ist wichtig \u2013 Deshalb machen wir uns f\u00fcr Inklusion und Vielfalt in der Progeno stark!&#8220; \u2013  Umma und Irene aus der Ute-Strittmatter-Stra\u00dfe erz\u00e4hlen von ihren Ideen und Visionen f\u00fcr den AK Inklusion und Vielfalt. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"559\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2-1024x784.jpg?resize=730%2C559&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-6394\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2.jpg?resize=1024%2C784&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2.jpg?resize=300%2C230&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2.jpg?resize=768%2C588&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2.jpg?resize=1536%2C1176&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2.jpg?resize=2048%2C1568&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2.jpg?w=1460&amp;ssl=1 1460w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-2.jpg?w=2190&amp;ssl=1 2190w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Da haben sich Zwei gefunden:<\/em> <em>Umma und Irene<\/em> <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Irene:<\/strong> Ummahan, wie kamst du zur Progeno?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma: <\/strong>In unserem alten Zuhause im sch\u00f6nen Bogenhausen hatten mein Mann Cornelius und ich  grunds\u00e4tzlich alles, was wir brauchten und haben uns wohlgef\u00fchlt. Als ich vor vielen Jahren von meiner Chefin Ute Strittmatter erfuhr, dass sie sich f\u00fcr ein barrierefreies und inklusives Stadtquartier in Freiham einsetze, wurde ich sehr neugierig. Wer Ute war, muss ich euch nach dem tollen Artikel \u00fcber ihr Engagement vermutlich nicht erz\u00e4hlen. Zusammen mit dem M\u00fcnchner Behindertenbeirat und dem  Koordinierungsb\u00fcro zur Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention hat meine Chefin an den Planungen des Freihamer Stadtteil intensiv mitgewirkt und sp\u00e4ter hatte ich selbst sogar die Gelegenheit meine Expertise in die Planungsphase miteinzubringen. Zun\u00e4chst war ich dem gesamten Stadtteilprojekt skeptisch eingestellt, da die Umsetzung von Inklusion und Barrierefreiheit oft auf Barrieren, insbesondere mentaler Natur, st\u00f6\u00dft. Trotzdem hat es mich gereizt, ein Teil dieses Projektes zu werden, nicht nur auf beruflicher Ebene, sondern auch privat und das Zusammenleben in Freiham selbst aktiv mitzugestalten. Da ich bereits positive Erfahrungen mit genossenschaftlichem Wohnen gemacht hatte, haben wir aktiv nach Genossenschaften in Freiham gesucht. Die Progeno hat uns dabei mit ihren Grundprinzipien und Zielen f\u00fcr \u00f6kologisches und soziales Wohnen am meisten \u00fcberzeugt. Zun\u00e4chst sollten wir in der Gustl-Bayrhammer-Stra\u00dfe wohnen, durch Zufall wurde es doch die Ute-Strittmatter-Stra\u00dfe \u2013 Eine gro\u00dfe Ehre f\u00fcr mich! <br>Und, Irene, wie war dein Weg zur Progeno?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irene:<\/strong> Mein Mann Alex und ich haben in einem M\u00fcnchen-Modell-Eigentumsprojekt in Freiham sehr  aktiv mitgewirkt. Aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden mussten wir dort leider nach etwa eineinhalb Jahren austreten, wollten aber unbedingt an einem \u00e4hnlich gemeinschaftsorientierten Wohnprojekt teilnehmen. Denn wir hatten uns schon so sehr mit dem inklusiven Gedanken in Freiham identifiziert, und ich war nicht bereit, die Vorstellung davon aufzugeben aufgrund meiner eigenen Betroffenheit mit einer chronischen psychischen Beeintr\u00e4chtigung. Auch uns hat die Progeno von allen Genossenschaften in Freiham am besten \u00fcberzeugt, wir haben uns hier einfach gut aufgenommen gef\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"998\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-1-749x1024.jpg?resize=730%2C998&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-6398\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-1-scaled.jpg?resize=749%2C1024&amp;ssl=1 749w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-1-scaled.jpg?resize=219%2C300&amp;ssl=1 219w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-1-scaled.jpg?resize=768%2C1050&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-1-scaled.jpg?resize=1124%2C1536&amp;ssl=1 1124w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-1-scaled.jpg?resize=1498%2C2048&amp;ssl=1 1498w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-1-scaled.jpg?w=1873&amp;ssl=1 1873w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Bei der RocketChat-Recherche<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Umma:<\/strong> Irene, du hast ja die Gruppe Inklusion ins Leben gerufen, warum? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irene: <\/strong>Bei dem Eigentumsprojekt waren zwei inklusive Ideen Teil des Konzepts und mir war es ein  pers\u00f6nliches Anliegen, diesen Gedanken auch in die Progeno miteinzubringen. Bei einem  Baugruppentreffen wurden wir dazu aufgerufen, dass sich \u00e4hnliche Interessengruppen schon vor  Einzug treffen sollen, um sich kennen zu lernen. Nachdem sich die Eltern und die Freizeitgruppe derjenigen, die unter der Woche frei haben, zusammengefunden hatten, wollte ich auch eine Gruppe gr\u00fcnden, zu der ich mich zugeh\u00f6rig f\u00fchle und wo ich mich auch mit meiner Beeintr\u00e4chtigung offen zeigen kann. Und dann kamst ja du, Umma, ja gleich zum ersten Treffen mit dazu. Was hat dich angesprochen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma:<\/strong> Was mein erster Gedanke war: Juhuu, dann muss ich das nicht tun. Denn das h\u00e4tte sehr viel l\u00e4nger gedauert. Ich war zu dem Zeitpunkt sehr viel mehr damit besch\u00e4ftigt, mich als Mensch mit einer   doppelten Sinnesbeeintr\u00e4chtigung in der Genossenschaft zurechtzufinden. Bei dem ersten Treffen habe ich mir gedacht, drei sind noch keine Gruppe und wir drei hatten ja auch sehr unterschiedliche Beeintr\u00e4chtigungen. Da ist doch noch Potenzial nach oben und unter Inklusion ist ja etwas anderes zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>I<strong>rene: <\/strong>Ahja, was bedeutet denn Inklusion \u00fcberhaupt? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma:<\/strong> Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am politischen und gesellschaftlichen Leben, w\u00e4re so eine allgemeine Definition. Inklusion ist also nicht nur auf Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung <br>zu reduzieren, sondern alle Menschen sollen \u00fcberall dabei sein und mitmachen k\u00f6nnen. Niemand wird ausgeschlossen &#8211; und zwar unabh\u00e4ngig von Hautfarbe, Kultur, Sprache, Religionszugeh\u00f6rigkeit, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentit\u00e4t, finanziellem bzw. gesellschaftlichem Status, Familienmodell oder eben auch k\u00f6rperlicher, seelischer oder kognitiver Beeintr\u00e4chtigung. <br>Und was bedeutet Inklusion f\u00fcr dich, Irene? <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"569\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-1024x798.jpg?resize=730%2C569&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-6397\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-scaled.jpg?resize=1024%2C798&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-scaled.jpg?resize=300%2C234&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-scaled.jpg?resize=768%2C598&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-scaled.jpg?resize=1536%2C1197&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-scaled.jpg?resize=2048%2C1596&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-scaled.jpg?w=1460&amp;ssl=1 1460w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-3-scaled.jpg?w=2190&amp;ssl=1 2190w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Irene und Umma zu Besuch bei Constanze Nagel im WA4<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Irene:<\/strong> F\u00fcr mich ist wichtig, dass jeder Mensch mit seinen Besonderheiten und Potenzialen in einer Gemeinschaft angenommen wird und nicht das Gef\u00fchl haben muss, sich anpassen oder verstellen zu m\u00fcssen. Denn die eigene Natur verbergen zu m\u00fcssen, kostet unheimlich viel Kraft und dann fehlt die Energie in den anderen wichtigen Bereichen des Lebens. Aufgrund meiner Erfahrung im  Selbsthilfe-bereich kenne ich viele Geschichten von Menschen mit vorwiegend seelischen Beeintr\u00e4chtigungen und wei\u00df, wie befreiend es f\u00fcr die Menschen sein kann, nichts von sich verstecken zu m\u00fcssen und einfach so sein zu d\u00fcrfen, wie man ist. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma:<\/strong> Und wie stellst du dir ein inklusives Leben in der Progeno vor? Wie soll das in der Praxis aussehen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irene:<\/strong> Durch den starken Zuwachs an Mitgliedern in der Genossenschaft gibt es gerade eine starke Ver\u00e4nderungs- und Mitgestaltungsdynamik, die ich gerne dazu nutzen m\u00f6chte, dass Inklusion zuk\u00fcnftig selbstverst\u00e4ndlich in unserem Alltag gelebt wird. Konkret bedeutet das, dass ich die Mitglieder der  Progeno f\u00fcr das Thema sensibilisieren und das Verst\u00e4ndnis in der Gemeinschaft f\u00fcr spezifische  Lebenslagen f\u00f6rdern m\u00f6chte. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, dass spezielle berechtigte Bed\u00fcrfnisse von Einzelnen aufgrund z.B. einer Beeintr\u00e4chtigung, in der Progeno Geh\u00f6r finden und wir gemeinsam L\u00f6sungswege daf\u00fcr erarbeiten. Mein Ziel ist es auch, dass in den Progeno-Gremien die Vielfalt der Lebenslagen der Mitglieder vertreten sind. Zudem m\u00f6chte ich mitwirken, dass Barrieren in verschiedenen Bereichen abgebaut werden. Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff Barrierefreiheit haupts\u00e4chlich rollstuhlgerechte  Zug\u00e4nge. Inzwischen wird der Begriff allerdings viel weiter gefasst. Denn es gibt auch finanzielle, sprachliche oder digitale Barrieren und Barrieren k\u00f6nnen auch in den K\u00f6pfen sein, z. B. durch Vorurteile und Stigmatisierung. <br>Umma, du hast mir schon von Barrieren in der Progeno berichtet, magst du das erl\u00e4utern? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma:<\/strong> Ja, f\u00fcr mich ist Rocketchat nicht barrierefrei bedienbar, da die Bedienungshilfen meines  Smartphones mit Rocketchat nicht so gut funktionieren, wie bei vergleichbaren Chat-Apps. Auch bei Confluence ist die digitale Barrierefreiheit verbesserungsw\u00fcrdig. In den Gemeinschaftsr\u00e4umen sind f\u00fcr mich die Kontraste und Lichtverh\u00e4ltnisse so ung\u00fcnstig, dass ich mich nicht ohne fremde Hilfe frei  bewegen k\u00f6nnte. Als Mensch mit Beeintr\u00e4chtigung m\u00f6chte ich aber nicht immer die Bittstellerin sein, sondern mich m\u00f6glichst selbstbestimmt in der Gemeinschaft bewegen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff Barrierefreiheit haupts\u00e4chlich rollstuhlgerechte Zug\u00e4nge. Inzwischen wird der Begriff allerdings viel weiter gefasst. Denn es gibt auch finanzielle, sprachliche oder digitale Barrieren und Barrieren k\u00f6nnen auch in den K\u00f6pfen sein, z. B. durch Vorurteile und Stigmatisierung.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Irene: <\/strong>Ja, den Wunsch nach Selbstbestimmung kenne ich auch gut von mir und anderen Betroffenen. Es f\u00fchlt sich auch f\u00fcr mich besser an, wenn ich mir selbstbestimmt die Hilfe organisieren kann, die ich  brauche. Denn dann kann ich die Unterst\u00fctzungsperson selbst in meine Besonderheiten einweisen, ohne mich in der Gemeinschaft damit outen zu m\u00fcssen, wenn ich das nicht m\u00f6chte. Ich bin zwar  jemand, der relativ offen mit der eigenen Beeintr\u00e4chtigung umgeht, sonst w\u00fcrde ich ja auch nicht mit dir diesen Artikel machen. Deshalb habe ich in allen Arbeitskreisen in der Progeno, in denen ich  mitwirke, kommuniziert, dass es immer wieder Phasen geben wird, in denen ich nicht einsatzf\u00e4hig bin. Bisher habe ich damit auch sehr positive Erfahrungen gemacht, es schwingt aber auch immer noch ein bisschen Angst mit, damit nicht akzeptiert zu werden und Ausgrenzung zu erfahren.<br>Wie geht es dir denn mit dem Konzept der Selbstverwaltung?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma: <\/strong>Mit dem Wohnen in einer selbstverwalteten Genossenschaft hatte ich bereits zuvor positive Erfahrungen gemacht, da gab es aber auch keine Barrierefreiheit und Inklusion. Mir wurde damals gesagt, ich br\u00e4uchte nichts zu tun. Das gab mir aber kein gutes Gef\u00fchl, denn es macht mir ja auch Spa\u00df,  mich mit meinen St\u00e4rken in die Gemeinschaft einzubringen. Hier habe ich jetzt die Chance, es anders zu machen, da Barrierefreiheit und Inklusion in diesem Stadtteil von Anfang an mitgedacht wurden und  daher einen v\u00f6llig anderen Stellenwert haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irene:<\/strong> Was w\u00fcrdest du denn in der Progeno anders machen, hast du ein Beispiel? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma:<\/strong> Mir ist wichtig, dass alle Menschen, die das wollen, sich m\u00f6glichst selbstbestimmt in die Gemeinschaft einbringen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich herausfinden, ob es weitere Menschen in der  Progeno gibt, die von der allgemeinen Kommunikation, wie Rocketchat und Confluence ausgeschlossen sind und wie wir diese H\u00fcrden gemeinsam abbauen k\u00f6nnen, um alle zu erreichen.<br>Denn wenn wir nicht alle erreichen, k\u00f6nnen sich diejenigen ja auch nicht in die Gemeinschaft  einbringen, und das kann zu Missmut und Konflikten f\u00fchren. Im Prinzip m\u00f6chte ich in der Progeno Strukturen entwickeln und Ver\u00e4nderungen in die Wege leiten, damit eine selbstbestimmte Teilhabe f\u00fcr alle m\u00f6glich ist. Dabei ist es wichtig, dass wir uns als Gemeinschaft trauen, offen aufeinander  zuzugehen und neue Wege zu auszuprobieren. Dabei werden wir auch immer mal wieder Fehler machen und es wird Sachen geben, die nicht funktionieren. Wichtig ist dabei, dass wir weitermachen, daraus lernen und weiter gemeinsam experimentieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"539\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin-neu.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-1024x756.jpg?resize=730%2C539&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-6396\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?resize=1024%2C756&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?resize=300%2C222&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?resize=768%2C567&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?resize=1536%2C1134&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?resize=2048%2C1512&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?w=1460&amp;ssl=1 1460w, https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?w=2190&amp;ssl=1 2190w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Spaziergang im Garten von WA4 <\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Irene: <\/strong>Was ist denn f\u00fcr dich die Voraussetzung, um die Weichen in Richtung Inklusion und  Barrierefreiheit zu stellen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma: <\/strong>Wenn wir Inklusion in der Progeno ganz selbstverst\u00e4ndlich im Alltag und auf allen  Strukturebenen der Genossenschaft leben wollen, muss Inklusion mit zu den Grundprinzipien der  Progeno geh\u00f6ren. Wir wollen auf der n\u00e4chsten Mitgliederversammlung eine Grundsatzerkl\u00e4rung zu<br>Inklusion abgeben, vergleichbar mit der Grundsatzerkl\u00e4rung zur Nachhaltigkeit auf der letzten Versammlung. Ich m\u00f6chte, dass der AK Inklusion und Vielfalt eine Anlaufstelle f\u00fcr alle Interessierten in inklusiven Themen wird. Wir freuen uns, wenn ihr euch bei Unsicherheiten und Fragen an unseren AK  wendet. Daher engagiere ich mich auch als Beir\u00e4tin im FAM-Bewohnerverein und ich freue mich sehr,  dass wir mit Vroni ein Mitglied des Aufsichtsrats f\u00fcr unseren AK gewinnen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irene:<\/strong> Jetzt haben wir ganz viel \u00fcber unsere pers\u00f6nlichen Motive und Anliegen gesprochen. Aber  inzwischen hat die Gruppe ja ganz sch\u00f6n Zuwachs bekommen und die Ideen, in welchen Bereichen wir uns engagieren k\u00f6nnten sind sehr vielf\u00e4ltig. Magst du ein paar dieser Ideen kurz vorstellen? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma:<\/strong> Ja, zum Beispiel kam der Vorschlag, unsere Festlichkeiten interkultureller zu gestalten, um Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander zu f\u00f6rdern und den Horizont zu erweitern \u2013 z. B. durch interkulturelle Kochevents. Wir haben dies auch schon beim letzten Kaffeeklatsch vom FAM-Bewohnerverein Profreiham e.V. umgesetzt, indem wir am Abend interkulturell gekocht haben und uns zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang getroffen. Denn Ramadam ist f\u00fcr die Muslimen in unserer Gemeinschaft eines der wichtigsten religi\u00f6sen Ereignissen im Jahr. Wir wollen interkulturelle Kalender,  in den Gemeinschaftsr\u00e4umen aush\u00e4ngen. Damit k\u00f6nnen wir verhindern, dass sich wichtige Events der Genossenschaft mit kulturellen Feiertagen \u00fcberschneiden, die nicht in der deutschen Kultur verankert sind. Zudem wollen wir uns im Quartier vernetzen, um auch von anderen Wohnprojekten zu lernen und gemeinsam den inklusiven Stadtteil mitzugestalten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Der AK Inklusion und Vielfalt ist unabh\u00e4ngig von dieser Gruppe und f\u00fcr alle Progenis offen. Wir laden herzlich auch die PEPler ein, sich mit uns gemeinsam f\u00fcr Inklusion in der Progeno stark zu machen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Irene: <\/strong>Und wir hatten ja auch noch die Idee einen Fragebogen zu entwickeln, um anonym abzufragen, welche H\u00fcrden es in der Progeno gibt und was es braucht, um diese zu \u00fcberwinden. <br>Gibt es Menschen, die sich nicht in die Gemeinschaft einbringen, und wenn ja woran liegt das? Wie k\u00f6nnen wir sicherstellen, dass Personen nicht unbeabsichtigt ausgegrenzt werden und diese sich in die  Gemeinschaft entsprechend ihrer M\u00f6glichkeiten selbstbestimmt einbringen k\u00f6nnen? F\u00fchlen sie sich wirklich eingeladen, Teil der Gemeinschaft zu sein, oder braucht es dazu noch etwas? Diese Umfrage ist aktuell noch in Bearbeitung und wir bewerben sie dann intensiv, wenn wir fertig sind. Die Gruppe f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung in FAM wird es weiterhin in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden geben, vermutlich wieder ab Sommer. Hier wollen wir uns in gem\u00fctlicher und gesch\u00fctzter Atmosph\u00e4re \u00fcber Themen austauschen, die f\u00fcr uns wichtig sind, uns gegenseitig st\u00e4rken und Mut machen. In dieser Runde sind wir gemeinsam f\u00fcr die Organisation und Durchf\u00fchrung verantwortlich. Wir suchen derzeit noch einen pfiffigen Namen daf\u00fcr, wenn du also Ideen hast, melde dich gerne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umma: <\/strong>Der AK Inklusion und Vielfalt ist unabh\u00e4ngig von dieser Gruppe und f\u00fcr alle Progenis offen. Wir laden herzlich auch die PEPler ein, sich mit uns gemeinsam f\u00fcr Inklusion in der Progeno stark zu  machen. \u00dcber einen Konferenzlautsprecher w\u00e4ren AK-Treffen auch in hybrider Version m\u00f6glich. Wir  m\u00f6chten auch noch ank\u00fcndigen, dass wir f\u00fcr die n\u00e4chsten Magazin-Ausgaben regelm\u00e4\u00dfig anonymisierte Interviews ver\u00f6ffentlichen wollen, um mehr Einblicke zu geben in die Lebenswelt von  Menschen mit verschiedensten Lebenslagen. Wenn du also etwas von deinen Erfahrungen im Alltaganonym teilen m\u00f6chtest, freuen wir uns, wenn du dich bei uns meldest.<br>Unser Kontakt: inklusion@progeno.de<br>Unser Confluence-Auftritt:  <a href=\"https:\/\/progeno.atlassian.net\/wiki\/spaces\/PEG\/pages\/81166342\/Inklusion+und+Vielfalt\">Inklusion und Vielfalt<\/a><br>(Die Seite auf Confluence ist derzeit leider nur f\u00fcr wohnende Mitglieder erreichbar.)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/magazin-neu.progeno.de\/index.php\/redaktionsteam\/\">Irene Zametzer, Umma Gr\u00e4sle<\/a> <a href=\"https:\/\/magazin-neu.progeno.de\/index.php\/redaktionsteam\/\">| Fotos: Irene Zametzer<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Inklusion haben will, muss gro\u00df denken! &#8222;Wir finden Inklusion ist wichtig \u2013 Deshalb machen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":6396,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[6],"tags":[8,441,463,17,557,555,464,556,462],"class_list":["post-6076","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissens-und-lebenswert","tag-arbeitskreis","tag-ausgabe-6","tag-beteiligung","tag-freiham","tag-inklusion","tag-irene-zametzer","tag-teilhabe","tag-ummahan-graesle","tag-ute-strittmatter-2"],"acf":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Artikel-Inklusion-4-1-scaled.jpg?fit=2560%2C1890&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6076"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6883,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6076\/revisions\/6883"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6396"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}