{"id":660,"date":"2020-09-10T06:00:59","date_gmt":"2020-09-10T04:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.gmacht-in-muenchen.de\/?p=660"},"modified":"2021-03-20T14:13:28","modified_gmt":"2021-03-20T12:13:28","slug":"interview-mit-stadtrat-nikolaus-gradl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/2020\/09\/10\/interview-mit-stadtrat-nikolaus-gradl\/","title":{"rendered":"&#8222;Lebendiges Wohnquartier braucht komplette Infrastruktur&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Interview mit Stadtrat Nikolaus Gradl, Prinz-Eugen-Park<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Wir sprechen mit unserem Progeno-Mitglied Nik Gradl, der f\u00fcr die SPD im M\u00fcnchner Stadtrat sitzt, wie bezahlbarer Wohnraum machbar ist, wie die Verkehrswende in M\u00fcnchen funktionieren k\u00f6nnte, aber auch \u00fcber Privates: Zum Beispiel, dass sehr viele M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner Apps auf ihrem Smartphone nutzen, die von ihm entwickelt wurden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"523\" width=\"730\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gmacht-in-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NikGradl-1-1024x733.jpg?resize=730%2C523&#038;ssl=1\" alt=\"Stadtrat Nikolaus Gradl im Interview\" class=\"wp-image-661\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Wie lange wohnst Du schon im Prinz-Eugen-Park?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin sehr gl\u00fccklich, dass wir hier eine Wohnung bekommen haben. Die Entscheidung liegt schon drei, vier Jahre zur\u00fcck. Eingezogen sind wir vor zwei Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie seid Ihr zur Progeno gekommen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin in Haidhausen aufgewachsen und habe fr\u00fcher dort gewohnt. Wir haben eine sch\u00f6ne 70 Quadratmeter gro\u00dfe Wohnung gehabt. Das ging noch mit einem Kind. Das Kinderzimmer war etwa sechs Quadratmeter gro\u00df. Aber wir haben einfach gemerkt, das geht mit zwei Kindern nicht. Es wurde einfach immer enger. Wir haben gesucht, aber eine Wohnung in Haidhausen f\u00fcr eine Familie kostete schon damals 2.500 bis 3.000 Euro Kaltmiete. Selbst wenn es Warmmiete gewesen w\u00e4re, k\u00f6nnten wir uns das nicht leisten. Wir haben uns dann umgeschaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei alten Wohnungsbaugenossenschaften sind Wartelisten sehr lang. Da haben wir uns sehr gefreut, eine neu gegr\u00fcndete Genossenschaft zu entdecken, eben die Progeno, bei der man nicht lange warten musste. Man musste zwar eine gr\u00f6\u00dfere Einlage zahlen, aber man hat dann tats\u00e4chlich eine Familienwohnung in einem Neubauprojekt zu sehr fairen Konditionen bekommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn Ihr jetzt hier auf das Wohngebiet schaut, wo inzwischen schon sehr viel vollendet wurde, f\u00fchlt Ihr Euch hier wohl?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Also, der Prinz-Eugen-Park ist ja ein \u00f6kologisches Musterquartier. Das merkt man schon, wenn man sich beispielsweise die Verkehrsf\u00fchrung hier anschaut. Es gibt keine Durchgangsstra\u00dfen, wo die Autos mit Tempo 50 durchrasen k\u00f6nnen. Wir sind hier am Ende einer Sackgasse am Wendehammer. Auch wenn die Kinder mal auf die Stra\u00dfe rennen, es ist fast kein Verkehr dort. Viele Wege kann man auch mit dem Fahrrad zur\u00fccklegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man hat versucht, eine gute \u00d6PNV-Verbindung hinzubekommen. Die w\u00fcrde ich mir manchmal w\u00fcnschen, dass sie besser ist. Hier setze ich mich politisch auch schon seit l\u00e4ngerem ein, dass wir hier eine bessere Busanbindung im \u00f6stlichen Teil des Quartiers bekommt. Im westlichen Teil wohnen hier sp\u00e4ter insgesamt 4.800 Leute. Der ist sehr gut mit der Trambahn nach St. Emmeram angebunden. Ich w\u00fcrde sagen, das ist der Punkt: Man ist am Stadtrand und will schnell in die Stadt rein. Ich glaube, da braucht man noch bessere Wegekonzepte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Welche Rolle spielt eigentlich das Quartiersmanagement im Prinz-Eugen-Park?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt hier f\u00fcr das Quartier die Besonderheit, dass die GeQo eG gegr\u00fcndet wurde. Sie bekommt eine F\u00f6rderung der Stadt M\u00fcnchen, daf\u00fcr, dass sie hier in Zukunft eine Quartierszentrale betreibt. Sie wird in diesem Herbst er\u00f6ffnet werden. Da kann man sich zum Beispiel zum Thema Mobilit\u00e4t beraten lassen. Oder sich auch sein P\u00e4ckchen dahin liefern lassen, damit es nicht bei der Post liegt und man verzweifelt ist, weil die schon um 18 Uhr geschlossen hat. Es wird auch einen Fahrradladen und ein kleines Caf\u00e9 geben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Du warst schon 2002 bis 2014 f\u00fcr die SPD im M\u00fcnchner Stadtrat und bist jetzt in diesem Fr\u00fchjahr wieder gew\u00e4hlt worden. Haben sich die politischen Schwerpunkte, die Du bearbeitest, verschoben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die haben sich deutlich verschoben. Ich war damals Kulturpolitiker, unter anderem zum Beispiel f\u00fcr die Stadtbibliotheken zust\u00e4ndig. Ich habe mich eingesetzt, dass neue Mittelpunkt-Bibliotheken gebaut wurden, in einer Zeit, in der eigentlich gespart wurde und das Kulturreferat Bibliotheken schlie\u00dfen wollte. Es wurden hier Neubauten realisiert, in denen zwar Standorte zusammengelegt wurden. Die aber wesentlich mehr Fl\u00e4che und bessere B\u00fccherauswahl haben.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Meine Aufgaben im Stadtrat haben sich hin zu den Themen Mobilit\u00e4t und Wohnungsbaupolitik  verschoben&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>2014 bin ich nicht mehr angetreten, weil ich gerade junger Papa war. Als Stadtrat hatte ich viele Abendtermine und Verpflichtungen. Wenn Du Essen kochen, die Kinder zu Bett bringen und das Familienleben nicht verpassen willst, dann wird es inkompatibel. Man will das auch seiner Partnerin nicht zumuten, an f\u00fcnf oder gar sechs Tagen der Woche der ehrenamtlichen Stadtratst\u00e4tigkeit nachzugehen. Das hei\u00dft, es war gut, sechs Jahre rauszugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich jetzt bewusst ver\u00e4ndert. Ich finde, dass das Thema Wohnungsbau in M\u00fcnchen mit eines der wichtigsten ist. Auch das Thema Verkehrswende: Es hat mich motiviert, dass wir den Autoverkehr in der Stadt reduzieren wollen \u2013 vor allem den Pendlerverkehr, der in die Stadt reinkommt. Ich bin jetzt Sprecher f\u00fcr Mobilit\u00e4t im neuen Mobilit\u00e4tsausschuss im Stadtrat geworden. Au\u00dferdem sitze ich im Planungsausschuss und im Kommunalausschuss, wo es sehr stark auch um Themen wie Neubauprojekte, Fl\u00e4chennutzungspl\u00e4ne oder Erhaltungssatzungsgebiet geht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"548\" width=\"730\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gmacht-in-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Pop-up-Radlweg-Haidhausen-1024x768.jpg?resize=730%2C548&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-593\"\/><figcaption>Radl-Spur in der Rosenheimer Stra\u00dfe &#8211; Nik Gradl (Mitte) legt Hand an. Quelle Foto: SPD-Stadtratsfraktion<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bleiben wir mal beim Thema Mobilit\u00e4t. Wenn man hier ins Quartier mit dem Auto reinfahren muss, weil man was zu transportieren hat, dann findet man nur schwer einen Parkplatz. Ist da alles richtig gemacht worden oder k\u00f6nnte man das besser l\u00f6sen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich fange mal beim Globalen an. Wir als SPD stehen f\u00fcr eine Verkehrswende. Das bedeutet f\u00fcr uns, dass man ein m\u00f6glichst gutes \u00d6PNV-Angebot schaffen muss. Wir wollen in den n\u00e4chsten Jahren das Angebot der Busse verdoppeln. Es werden mit einem riesengro\u00dfen Volumen Elektrobusse angeschafft. Ein Beispiel:Hier unten vom Cosimapark f\u00e4hrt ein neuer X30-Expressbus, mit dem kommt man in zehn Minuten zum Ostbahnhof oder in 15 Minuten nach Giesing. Das hei\u00dft, wir haben Tangentialverbindungen mit Expressbussen geschaffen. Da ist der Prinz-Eugen-Park schon gut angebunden worden. Es wurde die Trambahn gebaut, auf einem Mittelstreifen, wo fr\u00fcher die Leute geparkt haben. Das ging zu Lasten von Autoparkpl\u00e4tzen und war hier im Quartier auch umstritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man ein so gro\u00dfes Neubauprojekt mit einer sehr engen Beziehung zu den gewachsenen Quartieren au\u00dfen herum hat, ist es schon auch wichtig, das im Einklang mit den Anwohnern zu bauen. Auch, um nicht jahrelange Proteste gegen diese Projekt zu haben. Das ist, glaube ich, der Grund, weshalb man gesagt hat, Radweg- und Fu\u00dfwegverbindungen, so viele wie gehen, aber die eigentliche Erschlie\u00dfung des Gebietes nur \u00fcber die Cosimastra\u00dfe abzuwickeln. Es gibt einfach zwei Stichstra\u00dfen. Das ist jetzt w\u00e4hrend der Baustelle f\u00fcr die Leute, die mit dem Auto kommen, kritisch. Wir hatten schon mal Situationen mit einem Feuerwehreinsatz vorne, da kommen die Leute dann eine halbe Stunde nicht aus dem Quartier heraus. Ich glaube aber, wenn mal die Oberfl\u00e4che komplett gestaltet ist, dann wird es wunderbar. Dann wird auch klar, dass man durch diese Anwohnerstra\u00dfe mit Tempo 20 durchf\u00e4hrt. Und dass es Sinn macht, viele Dinge wie Einkaufen mit dem Fahrrad oder zu Fu\u00df zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn man den Blick in die Zukunft richtet nach Freiham, dann ist es ja so, dass die Mobilit\u00e4t noch einen Schritt weiter getrieben wird. Stichworte sind hier Carsharing oder Gemeinschaftsparkhaus im zweiten Bauabschnitt. Wird es in Freiham nochmal besser gemacht als hier im Prinz-Eugen-Park?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, auf jeden Fall. Bei jedem Wohnprojekt lernt man etwas, was man in die n\u00e4chsten Projekte mit einbringt. Freiham ist au\u00dferdem eine viel, viel gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4che. Denn es gibt dort zwei S-Bahnstationen im Umgriff, die heute schon eine Buserschlie\u00dfung haben. Es wird dar\u00fcber nachgedacht, Expressbusse zu schaffen, die \u00fcber die Autobahn eine pr\u00e4ferierte Spur auf dem jetzigen Standstreifen zu bekommen und so in die Stadt hinein fahren. Eine U-Bahnerschlie\u00dfung steht langfristig auch an, die im Koalitionsvertrag von Gr\u00fcne, SPD, Rosa Liste und Volt festgehalten ist. Wir wollen dort auch noch alternativ das Thema Trambahnerschlie\u00dfung untersuchen. Das hei\u00dft, Freiham wird eine gute Verkehrserschlie\u00dfung bekommen. Ich w\u00fcnsche mir, dass diese schon da ist, wenn die Leute hinziehen. Das ist wichtig!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich hier im Quartier am Anfang etwas aufgeregt. Wir waren das zweite oder dritte fertige Wohnprojekt. Man ist hier hingezogen, und es war au\u00dfen herum noch ein Stacheldrahtzaun mit NATO-Draht oben drauf. Man hat dann in einer Nacht- und Nebelaktion mit einem Bolzenschneider den Zaun aufgeschnitten. Das hei\u00dft, man musste erst daf\u00fcr sorgen, dass man nach Osten, Norden und S\u00fcden aus dem Quartier raus kommt und diese Fahrradwege nach au\u00dfen geschaffen wurden. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass das in Freiham besser gelingt, dass da dann eine sehr gute Verbindung in die Stadt und in die Nachbarquartiere existieren wird.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Als wir hier hergezogen sind, war au\u00dfen herum noch Nato-Stacheldrahtzaun&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hier im Prinz-Eugen-Park gibt es auch Sharing-Angebote. Die sind noch sehr versteckt und unten in den Tiefgaragen. Das hei\u00dft, ich muss Stadtauto-Mitglied sein; dann wei\u00df ich, wo der Schl\u00fcsseltresor ist und kann mir unten das Auto holen. Das werden wir in Freiham anders machen. Da wird es Parkbereiche oberirdisch geben und eine Ausschreibung, damit diese Betreiber immer daf\u00fcr sorgen m\u00fcssen, dass diese Parkpl\u00e4tze mit gen\u00fcgend Autos ausgestattet sind. Damit man ein exklusives Sharingangebot haben wird, mit dem man seine t\u00e4gliche Mobilit\u00e4t bestreiten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Bautr\u00e4ger im Prinz-Eugen-Park haben der Stadt M\u00fcnchen ein Mobilit\u00e4tskonzept vorgelegt, wof\u00fcr sie eine Zusage bekommen haben, dass sie die Anzahl der Stellpl\u00e4tze verringern k\u00f6nnen. Man hat gesetzliche Vorgaben, wie viele Stellpl\u00e4tze man bauen muss, und wenn man das reduzieren kann, spart man sich nat\u00fcrlich Kosten. Das finde ich auch richtig, dass man mit weniger Stellpl\u00e4tzen baut. Das rechnet aber auch ein, dass die einzelnen Bausteine, die man im Mobilit\u00e4tskonzept versprochen hat, auch umgesetzt werden. Da muss man sich an die Nase fassen, dass die Dinge auch sichtbar sind. Das hei\u00dft, es gibt viele, die sich f\u00fcr viel Geld ein Lastenrad oder ein Elektroauto angeschafft haben und die Fahrzeuge auch gerne teilen w\u00fcrden. Es gibt wunderbare Ideen, aber sie sind zu wenig sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bef\u00fcrchte, wenn Leute neu ins Quartier ziehen, dass sie das Angebot anderer nicht nutzen k\u00f6nnen, weil sie es schlicht nicht kennen. Das ist etwas, woran man arbeiten sollte, dass ein Quartier wie Freiham solche Angebote im \u00f6ffentlichen Raum hat. Oder abends fahre ich mit dem Roller nach Hause, wo ich ihn auf einer Fl\u00e4che abstellen kann. Auch m\u00fcssten die Gesch\u00e4ftsgebiete der Sharing-Anbieter teilweise so ausgeweitet werden, dass das Fahrzeug auch in den Randbezirken abgestellt werden kann. Ich kann mir auch sehr gut ein Modell wie in Bremen vorstellen, wo beispielsweise von 80 Auto-Parkpl\u00e4tzen entlang der Stra\u00dfe vier f\u00fcr Mietautos, zwei f\u00fcr Lastenr\u00e4der und eine Reihe f\u00fcr MVG-R\u00e4der reserviert sind. So etwas w\u00fcrde ich mir f\u00fcr neue Quartiere w\u00fcnschen, dass diese alternativen Verkehrsmittel schon m\u00f6glichst zum Einzug der neuen Bewohnerinnen und Bewohner da sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"488\" width=\"730\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gmacht-in-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200826-IMG_9989-1024x684.jpg?resize=730%2C488&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-675\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Wenn man allgemein auf die Stadtplanung und Wohnungsbau schaut, tut sich da ja einiges. Was sind die Schwerpunkte der neuen Koalition im Stadtrat?<\/em> <em>So wie es jetzt in Freiham umgesetzt wird oder geht das noch in eine andere Richtung?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was uns als SPD sehr wichtig ist, ist die M\u00fcnchner Mischung. Wir w\u00fcrden nicht Quartiere planen, in denen hier nur Sozialwohnungen und dort nur der freie Wohnungsbau anzutreffen sind. Auch wenn ein freier Tr\u00e4ger ein Grundst\u00fcck \u00fcber den Bebauungsplan entwickeln will, dann macht er mit der Stadt einen st\u00e4dtebaulichen Vertrag. Das hei\u00dft, er verpflichtet sich, dort Wohnungen mit einkommensorientierter F\u00f6rderung, M\u00fcnchen Modell und frei finanzierte Wohnungen zu realisieren. Wir haben immer die Mischung. Das gilt sowohl f\u00fcr private Tr\u00e4ger und noch st\u00e4rker f\u00fcr die st\u00e4dtischen Wohnungsbaugesellschaften, GWG und GEWOFAG.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber man muss auch deutlich sagen, die Genossenschaften und auch die Bauvereine sind zu sehr wichtigen Akteuren geworden, was auch die Baufertigstellung angeht. Zahlenm\u00e4\u00dfig ausgedr\u00fcckt: Allein bis jetzt sind 1.300 Wohneinheiten durch Genossenschaften gebaut worden. Es sind weitere Vertr\u00e4ge geschlossen worden, so dass insgesamt 2.500 Wohnungen durch Genossenschaften realisiert werden. Das ist, glaube ich, eine sehr betr\u00e4chtliche Zahl. Es ist in M\u00fcnchen wichtig, dass viele Akteure Wohnungsbau betreiben und auch m\u00f6glichst schnell, wenn Gel\u00e4nde erschlossen sind. Denn es macht nat\u00fcrlich keinen Sinn, nur Baurecht zu schaffen, und dann braucht es 15 Jahre, bis jemand einzieht. Wenn das Baurecht da ist, muss m\u00f6glichst schnell das Grundst\u00fcck vergeben werden und m\u00fcssen zwei Jahre sp\u00e4ter die Leute einziehen. Der Progeno ist das im Prinz-Eugen-Park ausgezeichnet gelungen, was die Realisierung vom Grundst\u00fcckskauf bis zum Bezug angeht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was ist das spannendste Wohnungsprojekt, das Du momentan \u00fcber die Genossenschaften hinaus siehst?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben im Stadtrat tats\u00e4chlich entschieden, Grundst\u00fccke nach bestimmten Kriterien auszuschreiben. Da k\u00f6nnen sich Bautr\u00e4ger bewerben und sagen: \u201eIch baue dort zu folgendem Kaltmietepreis\u201c oder \u201eIch vergebe an folgende Zielgruppe\u201c oder \u201cIch kann so und so viele barrierefreie Wohnungen realisieren\u201c. Zu unserer \u00dcberraschung gibt es jetzt zum Beispiel in Freiham drei Baufelder, auf denen ein Azubi- und Studentenwohnheim vom katholischen Bildungswerk gebaut wird, und zwei Grundst\u00fccke, wo kleine Wohneinheiten realisiert zu unter 12 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Das ist erstaunlich, wenn man sich den Gesamtmarkt f\u00fcr Neubau anschaut, der weit \u00fcber 16 Euro und teilweise \u00fcber 18 Euro in Oberf\u00f6hring liegt. Das freut uns nat\u00fcrlich, dass man g\u00fcnstig bauen kann, wenn die Kommune ein Grundst\u00fcck zu attraktiven Konditionen anbietet.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Es gibt spannende, neue Wohnungsbau-Konzepte zu bezahlbaren Preisen&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das wollen wir noch weiterf\u00fchren. Es geht auch in die Richtung, wie wir es in Zukunft bei der Funkkaserne machen, dass wir sogenannte Erbpachtvertr\u00e4ge abschlie\u00dfen; wir glauben, dass manche Bautr\u00e4ger damit noch g\u00fcnstigere Mieten realisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wenn wir jetzt zum Schluss noch einmal auf das Private zur\u00fcckkommen. Du bist ja im IT-Bereich besch\u00e4ftigt. Am bekanntesten ist wohl eine Entwicklung geworden, die als App bei den Besucherinnen und Besuchern vom Oktoberfest sehr beliebt geworden ist<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mache seit zehn Jahren Projektleitung von Apps. Ich habe zu einer Zeit angefangen, in der die meisten Leute noch nicht wussten, was ein iPhone ist. Das erste Projekt war die MVG-Fahrinfo, die heute sehr viele in M\u00fcnchen nutzen. Es war f\u00fcr mich dann eine Ehre, dass pl\u00f6tzlich Leute auf mich zukamen und gesagt haben, mach&#8216; doch mal eine Oktoberfest-App. Ich habe den Markt recherchiert und festgestellt, es gibt schon Vieles, und es ist schwierig, da was Gutes zu machen. Wir haben dann zusammen mit den beteiligten Unternehmen muenchen.de und PWC Wiesnbesucher befragt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"472\" width=\"730\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.gmacht-in-muenchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/20200826-IMG_9973-1024x662.jpg?resize=730%2C472&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-674\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir haben dann festgelegt, dass wir einen ausgezeichneten Gel\u00e4ndeplan machen wollen, bei dem man sogar in einzelne Zelte reinzoomen und die Tischnummer raussuchen kann. Oder nach einem bestimmten Zuckerwatte-Stand suchen kann. Oder Anbieter von Bio-Lebensmittel findet. Dann kam aus Sicherheitsgr\u00fcnden der Wunsch hinzu, die App so zu gestalten, dass man feststellen kann, wo es eng wird auf der Theresienwiese. Wir haben das dann in einem \u201eZeltefinder\u201c umgesetzt, \u00fcber den Du informiert wirst, dass Deine Freunde gerade ein bestimmtes Oktoberfestzelt betreten, und Du dann entscheidest, wo Du hingehst. Die App war drei Jahre auf dem Oktoberfest im Einsatz. Dieses Jahr ja leider nicht, weil es abgesagt wurde. Wir hoffen nat\u00fcrlich sehr, dass es 2021 wieder mit gro\u00dfen Festen in der Stadt weitergehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/magazin-neu.progeno.de\/index.php\/redaktionsteam\/\" data-type=\"page\" data-id=\"811\">Interview: Robert Allmeier | Fotos: Renate Langwieder<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sprechen mit unserem Progeno-Mitglied Nik Gradl, der f\u00fcr die SPD im M\u00fcnchner Stadtrat sitzt, wie bezahlbarer Wohnraum machbar ist, wie die Verkehrswende in M\u00fcnchen funktionieren k\u00f6nnte, aber auch \u00fcber Privates: Zum Beispiel, dass sehr viele M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner Apps auf ihrem Smartphone nutzen, die von ihm entwickelt wurden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":664,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[5],"tags":[104,23,33,46],"class_list":["post-660","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wir-und-die-stadt","tag-ausgabe-1","tag-interview","tag-nikolaus-gradl","tag-stadtrat"],"acf":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/magazin.progeno.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NikGradl-1-im-Quadrat.jpg?fit=450%2C450&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=660"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/660\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1050,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/660\/revisions\/1050"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/magazin.progeno.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}