Was ein „Tierbeobachtungszentrum“ und ein alter U-Bahn-Wagon miteinander zu tun haben
Von der Ortsbegehung über die Ideenentwicklung bis zum Modellbau: Ein Dutzend Kinder aus dem PEP beteiligen sich am Planungswettbewerb der Stadt München – jetzt heißt es Daumen drücken!

Junge Stadtdetektive unterwegs im Park: Mit Klemmbrettern, vorbereiteten Quizfragen und Stiften ausgerüstet erkundeten die Kinder aus dem PEP im ersten Frühlings-Sonnenschein ihr Quartier – und das mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit. Besonders war dabei die große Altersspanne: Vom Kindergartenalter bis zur Unterstufe des Gymnasiums brachten die jungen Teilnehmenden ganz unterschiedliche Perspektiven ein. Der erste Termin führte sie auf einen gemeinsamen Spaziergang durch die „Grüne Mitte“ im Prinz-Eugen-Park. Dort beobachteten sie ihr Wohnumfeld genau: Was gefiel besonders gut? Wo bestand Verbesserungsbedarf? Die Notizen reichten von Lieblingsorten bis hin zu konkreten Ideen für Veränderungen.

Im Anschluss brachten die Kinder ihre Eindrücke unter moderativer Anleitung von Silvia Renauer in Form. Dabei merkte man, dass die Kinder durch ihre Treffen im Progeno “Kinderrat” bereits ein bisschen Übung hatten Beteiligungsprozessen: Auf Klebekärtchen sortierten die beiden Gruppen gemeinsam ihre Gedanken und beschriften Flipcharts. Während die eine Gruppe ihre Idee eines „Tierbeobachtungszentrums“ TBZ ausarbeitete, überlegte die zweite, wie man die ausrangierten U-Bahn-Wagons der Stadt München sinnvoll zu einem sinnvollen Kinder-Treffpunkt umgestalten könnte. Auch Träumen war erlaubt, z.B. von Bauten, die nur aus Süßigkeiten bestehen!



In der zweiten Session entwickelten die Kinder aus den zwei so unterschiedlichen Ansätzen eine gemeinsame Idee. Sie diskutierten, studierten Geländepläne und fanden Kompromisse – ein Prozess, der nicht nur Kreativität, sondern auch Teamarbeit erforderte. Schritt für Schritt entstand unter fachmännischer Begleitung der in Bau und Gestaltung erfahrenen Nachbarn Daniel Renauer und Jan Günther ein Konzept, das von allen getragen wurde. Am Ende des Treffens nahm jedes Kind eine „Mission“ mit nach Hause, anstehende Aufgaben für den Modellbau: Äste und Stöcke sammeln, Stoffreste, Farbe und Pappe zusammentragen.



Der dritte und vierte Termin standen schließlich im Zeichen der Umsetzung: Mit Unterstützung von Daniel und Jan bauten die Kinder in der Progeno-Werkstatt ein Modell ihrer Vision – mit ihren selbst gesammelten Materialien. Aus Karton, Naturmaterialien und Fundstücken entstand eine greifbare Darstellung ihrer Ideen: Ein mit verschiedenen Zonen ausgebauter, barrierefrei zugänglicher U-Bahn Wagen mit Aussichtsplattform und Gehegen zur Beobachtung einheimischer Tiere wie Vögel und Fledermäuse sowie Ställen für Kleintiere.






Das Projekt ist Teil des Münchner Schüler*innen-Wettbewerb zur Stadtentwicklung, der unter dem Motto „Mitdenken – Mitreden – Mitmachen“ seit vielen Jahren junge Menschen dazu anregt, sich mit ihrer gebauten Umwelt auseinanderzusetzen und eigene Visionen zu entwickeln. Beiträge können in unterschiedlichsten Formen entstehen – von Modellen über Skizzen bis hin zu Videos – und werden von einer interdisziplinären Jury bewertet. Die Themen reichen dabei von Wohnen und Mobilität bis hin zur Gestaltung des eigenen Wohnumfelds.


Nun heißt es vor allem eines: Daumen drücken!
Silvia Renauer | Fotos: Silvia Renauer, Daniel Renauer, Jan Günther
