Vortrag, Kino und Gespräch im Wechsel
Von Helden bis KI: Der Progeno Park zeigt, wie unser Gemeinschaftsraum zum Ort für inspirierenden Austausch und lebendige Begegnungen wird.
Die 2025 gestartete Reihe „Impuls & Dialog – Perspektiven für Gesellschaft, Geschichte und Kultur“ wurde auch in diesem Jahr mit viel Interesse und lebendigem Austausch fortgeführt.
Unter der Frage „Brauchen wir wieder Helden?“ widmeten wir uns Ende vergangenen Jahres der auffälligen Renaissance des Heldenbegriffs. Ausgangspunkt waren prominente Stimmen zum Thema: So lässt Bertolt Brecht seinen Galileo Galilei sagen: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat“, während der Politikwissenschaftler Herfried Münkler vom Beginn eines „postheroischen Zeitalters“ spricht. Prof. Dr. em. Werner Bührer (Nachbar aus dem Wagnispark) zeichnete daraufhin kenntnisreich die Entwicklung unterschiedlicher Heldenbilder in Deutschland seit dem frühen 20. Jahrhundert nach. Im anschließenden Gespräch gingen wir der Frage nach, ob Helden – und Heldinnen! – derzeit tatsächlich eine neue Blüte erleben: im Alltag, im Sport, in der Popkultur, in der Werbung und nicht zuletzt in Kriegen. Offen blieb dabei, wer überhaupt als Held gelten kann – und ob zum Heldentum immer auch die Bereitschaft zur existenziellen Gefahr gehört.

Im Januar 2026 luden wir – passend zum Thema – zu einem Filmabend ein und zeigten den vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „The Endurance – Verschollen im Packeis“. Erzählt wird die außergewöhnliche Geschichte des Polarforschers Ernest Shackleton, dem es gelang, nach fast zwei Jahren im antarktischen Eis alle Mitglieder seiner Expedition unter extremsten Bedingungen sicher nach Hause zu bringen. Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt von dieser Geschichte über Mut, Verantwortung und menschliche Stärke – ein Held im klassischen Sinne.
Mit frischer Energie starteten wir im Frühjahr eine neue dreiteilige Veranstaltungsreihe unter dem Titel „KI, Kosmos & Menschenbild“. Den Auftakt gestaltete Christoph Mussenbrock im März mit einem Impulsvortrag zu der Frage, was Künstliche Intelligenz heute bereits leisten kann, wo ihre Grenzen liegen – und warum sie unser Selbstverständnis herausfordert. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. em. Werner Bührer entwickelte sich rasch zu einem lebendigen und anregenden Gespräch mit vielen Beteiligten, in dem neben Faszination vor allem auch kritisch formulierte Befürchtungen und Bedenken darüber zur Sprache kamen, was uns die weitere Entwicklung der KI noch bringen könnte.


Im April folgte zur Auflockerung ein weiterer Kinoabend mit Stanley Kubricks Filmklassiker „2001: Odyssee im Weltraum“. Der bereits 1968 entstandene Film lotet auf beeindruckend weitsichtige Weise Chancen und Gefahren einer unkontrollierten Künstlichen Intelligenz aus. Gleichzeitig prägte er mit seinen ikonischen Bildern ganze Generationen von Science-Fiction-Filmen: lautlos durchs All gleitende Raumschiffe, schwerelose Astronauten und spektakuläre Weltraumspaziergänge machten den Abend auch visuell zu einem besonderen Erlebnis. Selbst ältere Kinofans fühlten sich allerdings von einigen ausgedehnten Sequenzen durchaus herausgefordert.
Am dritten und letzten Abend der Reihe wird sich Christoph Mussenbrock im Juni schließlich der großen Frage widmen: Was macht die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz mit unserem Menschenbild? KI-Systeme führen heute Gespräche, lösen Probleme und schreiben Texte in erstaunlicher Qualität. Doch was bleibt dann noch „typisch menschlich“ – Kreativität, Bewusstsein, Freiheit? Und was geschieht, wenn Maschinen künftig selbstständig lernen und schöpferisch tätig werden? Müssten wir ihnen dann Rechte zugestehen?
Auch darüber hinaus bleibt es spannend: Mitte Juli greifen wir gemeinsam mit einem Völkerrechtler und Prof. Dr. em. Werner Bührer ein hochaktuelles Thema auf und beschäftigen uns mit den Grundlagen des Völkerrechts. Im Herbst wiederum wechseln wir die Perspektive und öffnen einen künstlerischen Raum: Unter dem Motto „Lebenswandlungen“ gestaltet die MKO-Musikerin Andrea Schumacher einen Abend mit Lyrik und Musik.
Felizitas Mussenbrock-Strauß | Fotos: Felizitas Mussenbrock-Strauß
